Venedig kassiert Rekordsumme von fünf Millionen Euro durch Touristen-Eintritt
Venedig kassiert Rekordsumme von fünf Millionen Euro

Venedig hat in diesem Jahr mit seinem weltweit einzigartigen Eintrittsgeld für Tagesbesucher eine Rekordsumme von mehr als fünf Millionen Euro eingenommen. Nach dem Ende der diesjährigen Bezahlsaison an diesem Wochenende meldete die Lagunenstadt im Norden Italiens über 650.000 zahlende Tagesgäste. Die Testphase, die kaum jemand als vorübergehend betrachtet, erwies sich als finanzieller Erfolg.

Mehr als 650.000 Tagesbesucher zahlten Eintritt

Seit April mussten Tagesbesucher an insgesamt 60 Terminen ein Eintrittsgeld entrichten, unabhängig von der Aufenthaltsdauer. Die Regelung betrifft die Stadt mit ihren mehr als 150 Kanälen. In der Regel betrug die Gebühr zehn Euro. Wer mindestens drei Tage vor dem Besuch buchte, zahlte nur fünf Euro. Touristen, die länger als einen Tag bleiben, sind von der Tagesgebühr befreit, zahlen aber eine Übernachtungsabgabe. Für den Rest des Jahres können Tagesgäste nun wieder kostenlos in die Stadt.

Neuer Bürgermeister plant deutliche Erhöhung

Der neue Bürgermeister Simone Venturini hat bereits angekündigt, dass die Gebühren 2025 deutlich steigen könnten. Der Mitte-Rechts-Politiker schlug vor, an bestimmten Terminen zwischen 30 und 50 Euro zu verlangen. Die endgültige Entscheidung liegt allerdings nicht allein bei der Stadt. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom muss ebenfalls zustimmen. Experten äußern verfassungsrechtliche Bedenken: Eine Gebühr von 50 Euro könnte als Einschränkung der Bewegungsfreiheit ausgelegt werden.

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Kritiker wenden ein, dass die Eintrittsgebühr kaum abschreckend wirke. Die Besucherzahlen seien bislang nicht zurückgegangen. Venedig gehört zu den europäischen Städten, die stark vom Tourismus profitieren, aber auch darunter leiden. Der Zustand mancher Häuser und die Müllberge zeugen von der Belastung. In der Altstadt leben heute weniger als 50.000 Menschen – ein Bruchteil der jährlich Millionen Touristen aus aller Welt. Die Zahl der Hotelbetten übersteigt inzwischen die der Einwohner.

Venedig hatte 2024 als erste Stadt weltweit begonnen, Eintritt für Tagesbesucher zu erheben. Die Testphase endet vorerst, doch die Stadt plant, das System im kommenden Jahr fortzusetzen, vermutlich wieder ab dem Osterwochenende. Die Einnahmen von mehr als fünf Millionen Euro sind ein Rekord – und ein starkes Signal für andere von Massentourismus geplagte Städte.

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