Waldbrände bei Athen wüten weiter: Zwei Tote, Tausende Hektar zerstört
Waldbrände bei Athen: Zwei Tote, 12.000 Hektar zerstört

In Griechenland kämpfen am Montag Hunderte Feuerwehrleute den vierten Tag in Folge gegen schwere Waldbrände nordwestlich von Athen. Starke Winde fachen die Flammen an, die bereits Häuser, Tausende Hektar Ackerland und Pinienwälder zerstört haben. Zahlreiche Dörfer mussten über Land und See evakuiert werden.

Vierter Tag im Einsatz

Die Einsatzkräfte konzentrieren sich auf die Region rund 45 Kilometer westlich der Hauptstadt. Einwohner mehrerer Dörfer wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, wie der stellvertretende Zivilschutzminister Kostas Katsafados dem Sender ERT News sagte. In der Nähe der Gemeinden Kandili und Agia Skepi sind 21 Löschflugzeuge im Einsatz, während örtliche Behörden mit schwerem Gerät Brandschneisen schlagen, wie ein Vertreter der Feuerwehr der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Rund 450 Feuerwehrleute kämpfen am Boden gegen die Flammen.

Ursache: defekte Stromleitung

Ersten Ermittlungen zufolge wurde das Feuer in der Region Böotien in der vergangenen Woche durch Funkenflug an einer privaten Stromleitung von Windkraftanlagen ausgelöst, teilte die Feuerwehr mit. Zwei Verdächtige – ein Elektroingenieur und ein Bauunternehmer – wurden festgenommen und müssen sich wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Defekte Stromleitungen sind in den vergangenen Jahren die Hauptursache für große Waldbrände in Griechenland.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kampf gegen den Klimawandel

Der stellvertretende Minister für Klimakrise und Zivilschutz, Kostas Katsafados, sprach im staatlichen Sender ERT von einem ungleichen Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Starke Winde hätten die Löschflugzeuge in den vergangenen Tagen zudem daran gehindert, Meerwasser aufzunehmen, sodass die Einsatzkräfte vor Ort auf sich allein gestellt gewesen seien.

In einigen betroffenen Regionen ließ der Wind nach. An manchen Orten gibt es aber weiter Glutnester, die durch Wind wieder zu einem Brand angefacht werden könnten. Andere kleine Brände, etwa auf der bei Urlaubern beliebten Insel Kefalonia, sind laut Feuerwehr „unter Kontrolle“.

Bisherige Schäden und Todesfälle

Die seit Tagen in Griechenland wütenden Brände zerstörten laut Behörden bisher mehr als 12.000 Hektar Vegetation. Am Sonntag starben zwei Menschen bei einem Zusammenstoß zweier Hubschrauber. Bereits Ende Juli waren drei Feuerwehrleute bei Einsätzen auf Kreta und der Halbinsel Peloponnes ums Leben gekommen.

Die Behörden warnen vor einer anhaltenden Gefahr. Die Feuerwehr bleibt mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz, um weitere Evakuierungen zu verhindern und die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration