Weltweite Razzia gegen Menschenhandel: 1.024 Festnahmen und 2.070 Opfer identifiziert
Razzia gegen Menschenhandel: 1.024 Festnahmen

Bei der bislang größten internationalen Razzia gegen Menschenhandel haben Ermittler 1.024 Tatverdächtige festgenommen und 2.070 Opfer identifiziert. Die unter dem Codenamen „GLOBAL CHAIN“ durchgeführte Aktion richtete sich gegen Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, zur Ausnutzung für Straftaten und zum erzwungenen Betteln. Besonders im Fokus standen minderjährige Opfer.

Rekordbeteiligung: 40.000 Polizisten in 59 Ländern

Vom 8. bis 12. Juni 2026 schlugen 40.000 Polizisten auf fünf Kontinenten in 59 Ländern gleichzeitig zu. Koordiniert wurde die Aktion von Europol, Frontex und INTERPOL. Insgesamt nahmen die Behörden 1.024 Tatverdächtige fest, davon 334 wegen des Verdachts auf Menschenhandel. Weitere 690 wurden wegen anderer Straftaten festgenommen. Zudem identifizierten die Ermittler 201 weitere mutmaßliche Menschenhändler und leiteten 465 neue Ermittlungsverfahren ein. 80 Fälle von Dokumentenfälschung wurden aufgedeckt.

Sexuelle Ausbeutung dominiert

Die überwiegende Mehrheit der Opfer ist weiblich und erwachsen. 64,2 Prozent der Fälle betreffen sexuelle Ausbeutung, 20,9 Prozent Zwangskriminalität, 11,3 Prozent Zwangsarbeit, 1,5 Prozent erzwungenes Betteln und 2,1 Prozent sonstige Formen der Ausbeutung. Bei Minderjährigen ist der Anteil der sexuellen Ausbeutung mit 86,4 Prozent noch deutlich höher. Weitere 6,2 Prozent müssen Zwangsarbeit leisten, 3 Prozent werden zum Betteln gezwungen, rund 0,6 Prozent zur Zwangskriminalität wie Taschendiebstahl.

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Opfer aus 45 Ländern

Nach Angaben von Europol stammen die Opfer aus 45 Staaten, besonders häufig aus Kolumbien, Argentinien, Venezuela, Nepal und Moldau. Viele werden über Landes- und Kontinentsgrenzen hinweg verschleppt. Häufig erschwert zusätzlich, dass Familienangehörige die Betroffenen ausbeuten, ihren Schutz.

Minderjährige besonders betroffen

Insgesamt identifizierten die Ermittler 2.070 Opfer, darunter 1.908 Erwachsene und 162 Minderjährige. Die Razzia richtete sich gezielt gegen Menschenhändler, die Kinder und Jugendliche ausbeuten. Europol betonte, dass die Bekämpfung des Menschenhandels eine der höchsten Prioritäten der internationalen Strafverfolgung habe.

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