Nächtliche Ankunft eines Ebola-Patienten in Frankfurt
Frankfurt, mitten in der Nacht: Ein mit dem Bundibugyo-Virus infizierter US-Bürger ist auf deutschem Boden gelandet. Der Patient traf in der Nacht am Frankfurter Flughafen ein und wurde anschließend in die Universitätsklinik gebracht, bestätigte ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit. Es handelt sich um den zweiten infizierten Amerikaner, der innerhalb von zwei Monaten zur Behandlung nach Deutschland geflogen wird.
Hintergrund: Bundibugyo-Virus ohne Impfstoff
Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit, dass der Betroffene für eine humanitäre Organisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeitet und positiv auf die dort grassierende Bundibugyo-Variante getestet wurde. Das Geschlecht der Person wurde nicht bekannt gegeben. Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit, die durch direkten Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Besonders problematisch: Für den Bundibugyo-Typ gibt es weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.
Transport und Isolationsmaßnahmen
Für den Transport von Ebola-Patienten werden Spezialflugzeuge eingesetzt. In Deutschland werden die Patienten auf Sonderisolierstationen behandelt, die vom normalen Klinikbetrieb abgeschottet sind. Dadurch besteht kein Kontakt zu anderen Patienten und laut Gesundheitsministerium keine Gefahr für die Bevölkerung.
Erster Patient aus der Charité entlassen
Der erste amerikanische Arzt, der am 20. Mai nach Deutschland kam, wurde in der Berliner Charité behandelt. Sein Zustand war zwischenzeitlich lebensbedrohlich, doch nach gut zwei Wochen konnte er das Krankenhaus verlassen. Auch seine Frau und seine vier Kinder, die als Hochrisikokontakte in Quarantäne waren, zeigten keine Symptome.
Bundibugyo-Virus auch in Europa nachgewiesen
Ende Juni wurde das Bundibugyo-Virus erstmals in Europa nachgewiesen. In Frankreich wurde ein Arzt einer humanitären Organisation positiv getestet, der aus dem Ostkongo zurückgekehrt war. Nach Isolation und negativen Tests konnte er das Krankenhaus ohne Symptome verlassen.
Dramatische Lage im Kongo
Im Kongo gibt es rund 650 bestätigte Todesfälle und mindestens 1830 Infizierte. Gesundheitsexperten zufolge steigen die Fallzahlen schneller als bei jedem früheren Ebola-Ausbruch. Zum Vergleich: Bei der schwersten Ebola-Epidemie in Westafrika 2014/2015 starben mehr als 11.000 Menschen. Bereits damals wurden drei Ebola-Kranke nach Deutschland gebracht, von denen ein UN-Mitarbeiter in Leipzig die Krankheit nicht überlebte.



