Waldbrände in Frankreich: 200.000 Evakuierte, Flammen erreichen Bordeaux
200.000 Evakuierte: Waldbrände erreichen Bordeaux

Die schweren Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben sich weiter ausgebreitet und den Großraum Bordeaux erreicht. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Brand im Département Gironde hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört und rückt weiter auf die Millionenstadt Bordeaux vor.

Feuer breitet sich rasch aus

„Das Feuer hat sich im Laufe der vergangenen Nacht rasch ausgebreitet“, teilten die zuständigen Behörden der Region Bordeaux mit. Die Flammen bewegen sich unaufhaltsam Richtung Stadtzentrum. In der Nacht ordnete die Präfektur die vorsorgliche Evakuierung mehrerer Gemeinden an; rund 55.000 weitere Menschen mussten ihre Häuser westlich und südwestlich von Bordeaux verlassen. Insgesamt sind damit über 200.000 Menschen betroffen.

Landwirte helfen freiwillig

Bauern aus der Umgebung meldeten sich freiwillig, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. „Wir sind gekommen, um zu helfen, denn wenn es unsere Region wäre, würden wir uns wünschen, dass andere das Gleiche tun“, sagte der 65-jährige Landwirt Pascal Roudier. „Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe ist unsere Hilfe auch sehr willkommen.“ Die freiwilligen Helfer bringen Wasser und Verpflegung zu den Feuerwehrleuten und unterstützen bei der Evakuierung.

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Pyrocumulonimbus erschwert Löscharbeiten

Nach Angaben der Feuerwehr entwickelte der Brand zeitweise einen sogenannten Pyrocumulonimbus – eine gewaltige Rauchwolke, die ihre eigenen Winde erzeugen kann und das Feuer besonders unberechenbar macht. Rund 140 Wohnhäuser wurden bereits zerstört. Die Einsatzkräfte kämpfen unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen an.

Keine Evakuierung für Bordeaux-Stadt

Eine Evakuierung der Millionenmetropole Bordeaux steht nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit nicht bevor. Bürgermeister Thomas Cazenave sagte der Regionalzeitung „L'Indépendant“, die Einwohner bereiteten sich nicht auf eine Evakuierung vor. Zugleich betonte er, die Stadt sei darauf vorbereitet, auf jede mögliche Entwicklung zu reagieren. Die Behörden beobachten die Lage genau.

Innenminister warnt vor langem Einsatz

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez warnte unterdessen vor einem langwierigen Einsatz. „Das Feuer wird lange zu bekämpfen sein“, sagte er in einem Interview mit „La Tribune Dimanche“. Auch im südlich angrenzenden Département Landes kämpfen Einsatzkräfte gegen einen weiteren Großbrand. Dort hat das Feuer rund 3600 Hektar erfasst. Nach Angaben der Präfektur ist der Brand zwar besser unter Kontrolle, aber bisher nicht gelöscht.

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