Japan erlebt fünften 40-Grad-Tag in Folge – Behörden warnen vor Katastrophe
Japan: Fünfter 40-Grad-Tag in Folge – Behörden warnen

Japan erlebt eine beispiellose Hitzewelle. Zum fünften Mal in Folge haben die Temperaturen in mehreren Regionen die Marke von 40 Grad überschritten. Der japanische Wetterdienst (JMA) bezeichnet solche Tage offiziell als „Kokushobi“ – einen „grausam heißen Tag“. Sechs Städte im Zentrum des Landes meldeten am Freitag Werte über dieser Schwelle, wie der JMA mitteilte.

Rekordserie seit Beginn der Aufzeichnungen

Seit der Einführung der Kategorie im April 2026 ist dies die längste Serie aufeinanderfolgender Extremtemperaturen. Der öffentlich-rechtliche Sender NHK berichtete, dass es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 keinen derart langen Zeitraum mit „Kokushobi“-Tagen gegeben habe. Besonders betroffen sind Ballungsräume wie Tokio und Osaka, wo die Hitze durch dichte Bebauung und fehlende Grünflächen noch verstärkt wird.

Notfälle und Todesfälle

Die Folgen sind dramatisch: Nach Angaben der japanischen Katastrophenschutzbehörde mussten in der vergangenen Woche fast 11.000 Menschen medizinisch notfallversorgt werden. 14 Personen seien bereits tot ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Behörde rief die Bevölkerung dazu auf, extreme Hitze als „Katastrophe“ zu betrachten und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. „Viele Menschen unterschätzen die Gefahr von Hitzschlag und Dehydrierung“, warnte ein Sprecher.

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Hintergrund: Der Begriff „Kokushobi“

Der JMA hatte den Begriff „Kokushobi“ im April eingeführt, um die Bevölkerung stärker zu sensibilisieren. Obwohl mit der Klassifizierung keine automatischen Maßnahmen verbunden sind, erhofft sich die Behörde eine wirksamere Warnung vor extremen Temperaturen. „Durch die Verwendung des Begriffs können wir eindringlicher zur Vorsicht aufrufen“, erklärte der JMA damals.

Langfristige Entwicklung und Klimawandel

Japan hat im vergangenen Jahr den heißesten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn erlebt. Die Höchsttemperatur von 41,8 Grad wurde am 5. August 2025 in Isesaki nördlich von Tokio gemessen. Experten führen die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen auf den menschengemachten Klimawandel zurück. In Japan sterben jährlich rund 1300 Menschen hitzebedingt. Die Regierung in Tokio hat das Ziel ausgegeben, diese Zahl bis 2030 zu halbieren.

Maßnahmen und Empfehlungen

Die Behörden empfehlen, Aufenthalte im Freien in den Mittagsstunden zu vermeiden, viel Wasser zu trinken und Klimaanlagen zu nutzen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. In mehreren Städten wurden Kühlzentren eingerichtet. Die extreme Hitzewelle wird voraussichtlich noch mehrere Tage anhalten, bevor eine leichte Abkühlung erwartet wird.

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