Die spanische Regierung hat in der Nacht zum Freitag erstmals wegen schwerer Waldbrände den nationalen Notstand ausgerufen. Das Innenministerium teilte mit, die Entscheidung sei aufgrund des gleichzeitigen Ausbruchs mehrerer Brände und widriger Wetterbedingungen getroffen worden. Zudem bestehe die Notwendigkeit, umfangreiche Ressourcen im Kampf gegen die Flammen zu mobilisieren. Durch die Ausrufung des Notstands untersteht der Einsatz nun direkt dem Innenminister. Den Behörden zufolge ist dies das erste Mal, dass dieser Schritt wegen eines Waldbrandes ergriffen wurde.
Regionalregierung Madrid bittet um Hilfe
Die Regionalregierung von Madrid hatte zuvor um Hilfe gebeten und die Lage als „extrem ernst“ beschrieben. Aktive Brände in den Orten Villa del Prado, San Martin de Valdeiglesias und Almorox drohten, die derzeitigen Löschkapazitäten zu übersteigen. Den Angaben zufolge wurden bereits mehr als 10.000 Menschen aus vier Ortschaften evakuiert. Zudem wurde gewarnt, dass ein Waldbrand in Burgohondo in der Provinz Avila aufgrund der Wetterlage in den kommenden Stunden die Region Madrid erreichen könnte. Mehr als 270 Einsatzkräfte sind in den betroffenen Gebieten im Einsatz.
Klimawandel als Ursache für heftigere Brände
Wissenschaftler bringen die immer heftigeren Waldbrände in Spanien und weiten Teilen Südeuropas mit dem Klimawandel in Verbindung. Experten zufolge hat ein ungewöhnlich regenreicher Frühling zunächst zu üppigem Pflanzenwachstum geführt. Diese Vegetation sei in der extremen Sommerhitze ausgetrocknet und biete den sich schnell ausbreitenden Bränden reichlich Nahrung. In diesem Jahr sind in Spanien bereits mehr als 100.000 Hektar verbrannt, was dem durchschnittlichen Jahreswert des vergangenen Jahrzehnts entspricht. Mit 13 Todesopfern ist 2026 bereits jetzt eine der tödlichsten Waldbrandsaisons seit Jahrzehnten.



