In Südeuropa wüten derzeit mehrere Waldbrände. In den Pyrénées-Orientales in Südfrankreich kämpfen mehr als 580 Feuerwehrleute gegen einen Brand, der auf einer Fläche von 930 Hektar ausgebrochen ist. Wie die Präfektur des Départements am Sonntag mitteilte, brach das Feuer am Vorabend in einem schwer zugänglichen Gebirgsgebiet in Trévillach aus, etwa 35 Kilometer westlich von Perpignan. Das Feuer entstand, nachdem für das Département seit Samstagmittag wieder die Warnstufe Orange wegen Hitze galt. Eine Evakuierungsanordnung wurde bislang nicht ausgegeben, jedoch wurden die Bewohner aufgefordert, erreichbar zu bleiben und die Anweisungen der Behörden zu befolgen.
Großbrand nahe Thessaloniki in Griechenland
Auch nahe der bei Touristen beliebten Stadt Thessaloniki im Norden Griechenlands loderte am Sonntag ein heftiges Feuer. Laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA kämpften Löschflugzeuge gegen die Flammen, die zwei Fabriken nahe Oreokastro erfasst hatten, einer Gemeinde am nordwestlichen Stadtrand von Griechenlands zweitgrößter Stadt. Bei den Fabriken handelt es sich nach Angaben eines Feuerwehrmitglieds um eine Recyclinganlage und eine Textilfabrik. Aufnahmen des Senders ERT zeigten dichten Rauch, der aus der Recyclinganlage aufstieg und weite Teile von Thessaloniki einhüllte. In der gesamten Stadt roch es stark nach verbranntem Plastik. Wegen des möglicherweise giftigen Rauchs riefen die Behörden die Einwohner auf, Fenster geschlossen zu halten und sich nur eingeschränkt im Freien aufzuhalten.
Evakuierungen in Oreokastro
Die Flammen näherten sich den Berichten zufolge auch Wohnhäusern in Oreokastro. Daraufhin ordneten die griechischen Behörden Evakuierungen an. Nach Angaben der Feuerwehr waren mehr als 150 Helfer, dutzende Fahrzeuge und zwei Löschflugzeuge gegen den Waldbrand im Einsatz. Für mehrere bei Touristen beliebte griechische Regionen galt am Sonntag aufgrund hoher Temperaturen und heftiger Winde die Warnstufe Orange wegen „sehr hoher“ Waldbrandgefahr. Betroffen waren unter anderem der Großraum Athen und die Ferieninsel Kreta.
Waldbrand nahe Costa Brava unter Kontrolle
In Spanien haben Feuerwehrleute einen Waldbrand nahe der Touristenregion Costa Brava teilweise unter Kontrolle gebracht. Bis Samstagmorgen vernichteten die Flammen etwa 2200 Hektar Vegetation, wie die katalanische Feuerwehr mitteilte. Ziel sei es, den Brand vollständig unter Kontrolle zu bringen, bevor der Wind sich drehe. Spanien ist besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen. Im vergangenen Jahr zerstörten Waldbrände in dem Land nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems fast 400.000 Hektar Vegetation, acht Menschen kamen ums Leben.
Portugal aktiviert EU-Katastrophenschutz
In Portugal bekämpften derweil Hunderte Feuerwehrleute weiter einen im Norden des Landes wütenden Waldbrand. Die portugiesischen Behörden hatten am Freitag beschlossen, den europäischen Katastrophenschutzmechanismus sowie bilaterale Abkommen mit Spanien und Marokko für Verstärkungen zu aktivieren. Spanische Soldaten waren am Samstag im Einsatz, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Auch Portugal wird jeden Sommer von Waldbränden heimgesucht. 2017 starben bei Bränden mehr als hundert Menschen.



