Iran: Hormus-Gespräche in Endphase – Trump stoppt Angriffe
Iran: Hormus-Gespräche in Endphase – Trump stoppt Angriffe

Die Gespräche zwischen Teheran und Maskat über die künftige Nutzung der Straße von Hormus befinden sich nach iranischen Angaben in ihrer Schlussphase. Außenminister Abbas Araghtschi habe das Kabinett am Sonntag in der Sitzung entsprechend informiert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Außenamtssprecher Ismail Baghai betonte unterdessen gegenüber dem Sender Press TV, die Lage in der Meerenge werde nicht mehr zum Vorkriegszustand zurückkehren. Der Iran handle aus eigenem Interesse und werde seine Entscheidungen nicht wegen Drohungen oder Einschüchterungen ändern. Eine Einigung mit dem Oman über eine neue Schifffahrtsroute bedeute allerdings nicht, dass die Straße von Hormus geöffnet oder geschlossen werde, so Baghai laut Irib.

Trump setzt US-Angriffe vorerst aus

US-Präsident Donald Trump hatte in der Nacht auf Sonntag erklärt, die geplante neue Angriffswelle gegen den Iran vorerst abzusagen. Das US-Militär stehe für einen Schlag bereit, wie es ihn „seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat“, schrieb er auf Truth Social. Allerdings gebe es nun „Umrisse einer Einigung“, unter anderem die „komplette“ Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der atomaren Bedrohung durch den Iran. Auch Israel werde sich zurückhalten. An die Vermittler gerichtet, schrieb Trump: „Macht Euch alle an die Arbeit und ERLEDIGT das.“

Einen Tag zuvor hatte Trump bei einer Kabinettssitzung in Camp David noch weitere Angriffe angekündigt: „Wir werden sie sehr hart treffen“, sagte er mit Blick auf den Iran. Teheran habe nach den bisherigen Schlägen noch etwas militärische Kapazitäten, bald aber nicht mehr. Zugleich zeigte er sich frustriert über die Gesprächspartner in Teheran: „Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen.“

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Der von Trump behauptete diplomatische Durchbruch wird vom Iran jedoch nicht bestätigt. Iranische Militärvertreter wiesen die Darstellung zurück, Teheran habe Washington um den Verzicht auf Angriffe gebeten. Diese Aussage sei „nichts als eine neue Lüge“, hieß es laut der Nachrichtenagentur Mehr. Die Streitkräfte befänden sich in höchster Alarmbereitschaft. Auch Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte in einem Telefonat mit Trump auf Deeskalation gedrängt und Dialog angemahnt, wie die staatliche Agentur SPA meldete. Man müsse die Sicherheit und Stabilität der Region wahren.

Weitere Tote bei israelischen Angriffen in Gaza

Ungeachtet der von Trump verkündeten Fortschritte bei einer Waffenruhe im Gazastreifen hat Israel seine Luftangriffe dort fortgesetzt. Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden wurden am Sonntag mindestens vier Menschen getötet, darunter ein Kind. Bei einem Angriff auf eine Wohnung in Deir al-Balah starben ein Mann und seine Frau, vier weitere Menschen wurden verletzt. Zwei weitere Personen kamen bei einem Luftschlag auf ein Wohnhaus in Gaza-Stadt ums Leben. Bereits am Sonnabend hatte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz sieben Tote bei israelischen Angriffen gemeldet.

Die israelische Armee erklärte, sie habe erneut Waffenlager der Hamas ins Visier genommen. Eines der Lager habe sich neben einem Krankenhaus befunden und als Versteck für „Hamas-Terroristen“ gedient. Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen berichtete, mehrere Medikamentenlager seien zerstört oder beschädigt worden.

Trump hatte am Donnerstag einen Durchbruch verkündet, nachdem die Hamas einer US-unterstützten Initiative zur Niederlegung der Waffen zugestimmt hatte. Sein Friedensrat veröffentlichte anschließend einen 15-Punkte-Plan zur Umsetzung des im Vorjahr in Ägypten geschlossenen Waffenstillstandsabkommens. Die Hamas erklärte jedoch, sie werde ihre Waffen erst übergeben, wenn Israel seine Militäreinsätze beendet und seine Truppen wie vereinbart abzieht. Ein israelischer Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, einen Abzug werde es erst nach einer „echten Entwaffnung“ der Hamas geben. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe sich öffentlich nicht geäußert, sein nationalkonservativer Minister Itamar Ben-Gvir nannte die Initiative inakzeptabel.

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Spannungen in der Golfregion nehmen zu

Im Konflikt um die Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete, das Schiff sei etwa 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. Der Maschinenraum wurde beschädigt, Verletzte oder Umweltschäden gab es nicht. Ein zweiter Tanker berichtete von einer Wasserfontäne und einer Explosion in unmittelbarer Nähe. Der Iran verlangt, dass Schiffe die Route entlang seiner Küste nehmen; nur diese sei sicher.

Kuwait teilte mit, seine Armee habe feindliche Drohnen abgeschossen, die eine Regierungseinrichtung und weitere wichtige Ziele angegriffen hätten. Auch Fahrzeuge auf der Insel Bubiyan seien attackiert worden. Das Außenministerium sprach von einer „iranischen Aggression“. Opfer habe es nicht gegeben.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen beansprucht unterdessen, acht saudische Öltanker zu einem Kurswechsel gezwungen zu haben. Die Schiffe müssten nun den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete von sechs Tankern, die diesen Weg eingeschlagen hätten. Der Datenanbieter Kpler meldete allerdings, dass am Freitag 47 Schiffe den Bab al-Mandab in beide Richtungen passiert hätten. Ein Büro der Huthi in Sanaa erklärte, die Durchfahrt bleibe kostenlos.

Die US-Botschaften in den Golfstaaten, im Irak, in Jordanien und Israel haben Sicherheitswarnungen herausgegeben. Reisende sollen sich auf Flugausfälle und Luftraumsperrungen einstellen. US-Bürgern werde empfohlen, eine Ausreise in Erwägung zu ziehen oder sich darauf vorzubereiten.

Cyberangriffe auf Wasserinfrastruktur

Neben den militärischen Spannungen melden US-Behörden Cyberangriffe auf Wassersysteme. Nach Minnesota sind nun auch in Michigan Störungen öffentlich geworden. Ein Sprecher des dortigen Umweltministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, einige Gemeinden hätten Aktivitäten gemeldet, die mit den Beschreibungen der Bundesbehörden übereinstimmten. Die Systeme arbeiteten weiterhin sicher, es gebe keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit.

Das FBI erklärte, seit dem 27. Juli 2026 hätten Wasser- und Abwasserversorgungsunternehmen in mindestens sieben Bundesstaaten Vorfälle gemeldet, die teils zu Beeinträchtigungen führten. Unbekannte hätten sich aus der Ferne Zugriff auf internetfähige Geräte verschafft und IP-Adressen und Passwörter geändert. Die US-Behörde CISA warnte zudem vor Cyberangriffen von mit dem Iran verbundenen Personen, die Regierungsdienste, Wasser- und Abwassersysteme sowie den Energiesektor im Visier hätten.

Israels Armee hat nach eigenen Angaben außerdem mehrere Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon getötet. Sie hätten sich in der „Sicherheitszone“ am Gebirgskamm Ali al-Taher befunden. Bei dem Einsatz wurde ein israelischer Soldat verletzt. Die Hisbollah erkennt die brüchige Waffenruhe mit Israel nicht an.