Straße von Hormus: Iran meldet Explosion von Öltankern – USA dementieren
Iran meldet Explosion von Öltankern – USA dementieren

Die Spannungen in der Straße von Hormus haben am Samstag einen neuen Höhepunkt erreicht. Die iranischen Revolutionswächter erklärten, sie hätten mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz vier Schiffe gestoppt. Zudem seien zwei Öltanker auf Minen aufgelaufen und explodiert. Die US-Armee dementierte diese Angaben umgehend und setzte ihre Angriffe auf iranische Ziele fort.

Iranische Darstellung: Vier Schiffe gestoppt, Tanker explodiert

In einer vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung der Revolutionswächter hieß es: „In den vergangenen Stunden versuchten vier Schiffe, unter Verletzung von Vorschriften und mit Unterstützung der terroristischen US-Armee, die Straße von Hormus zu durchfahren. Alle vier Schiffe wurden in einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz gestoppt.“ Teheran machte die USA für die Explosion der beiden Öltanker verantwortlich: „Zwei Öltanker, die versucht haben, das Minenfeld im Süden der Straße von Hormus zu durchqueren, nachdem sie von US-Geheimdiensten in die Irre geführt worden waren, sind explodiert und in Brand geraten.“ Angaben zur Nationalität der Schiffe oder zu möglichen Opfern wurden nicht gemacht.

USA weisen Behauptungen zurück

Das US-Regionalkommando Centcom wies die iranischen Angaben auf der Plattform X entschieden zurück: „Dies ist – wie die meisten Behauptungen der Revolutionswächter – falsch.“ Gleichzeitig bestätigte Centcom, dass die USA in der siebten Nacht in Folge Angriffe gegen Iran durchgeführt hätten. Ziel seien Überwachungssysteme, militärische Logistik-Infrastruktur, unterirdische Waffenlager und maritime Anlagen gewesen.

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Eskalation mit gegenseitigen Angriffen

Iranische Medien berichteten von Explosionen in verschiedenen Landesteilen. In der südlichen Provinz Hormosgan seien bei US-Angriffen drei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden, so die Nachrichtenagentur Irna. Als Vergeltung attackierten die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben US-Militäreinrichtungen in Kuwait und Jordanien. In Kuwait seien Munitionslager, Kommandoeinrichtungen und Kommunikationsanlagen ins Visier genommen worden, in Jordanien Treibstofftanks. Die jordanische Armee erklärte, sie habe zehn iranische Drohnen zerstört.

Hintergrund: Schließung der Straße von Hormus

Die für die internationale Schifffahrt und den globalen Ölhandel essenzielle Straße von Hormus war zu Beginn des Irankriegs von Teheran de facto geschlossen worden. Iran legte Minen aus, um die Passage zu verhindern. Die Schließung führte weltweit zu massiv gestiegenen Energiepreisen. Nach einer kurzzeitigen Öffnung im Zuge einer Entspannung ist die Meerenge seit einer Woche wieder geschlossen. Die USA haben ihre Blockade iranischer Häfen wieder in Kraft gesetzt und fliegen seitdem täglich Angriffe.

Diplomatische Bemühungen ohne Durchbruch

Ein hochrangiger Militärberater des obersten iranischen Führers, Mojtaba Khamenei, drohte mit einer Ausweitung des Krieges. „Iran wird sich nicht mehr mit Gegenangriffen begnügen, und keine Grenze wird sicher sein“, sagte Mohsen Resai im Staatsfernsehen. Auch US-Präsident Donald Trump hatte vor Tagen mit einer Ausweitung der Angriffe gedroht, falls Verhandlungen scheitern. Mitte Juni hatten beide Seiten ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Trotz der Eskalation dauern Vermittlungsbemühungen an, ein Durchbruch ist jedoch nicht in Sicht.

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