Im Iran hat am zweiten Tag der öffentlichen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei ein hochrangiger Geistlicher das Totengebet geleitet. Der 97-jährige Großajatollah Dschafar Sobhani trat dabei als Vorbeter auf, wie auf Aufnahmen des Staatsfernsehens zu sehen ist. Der Leichnam Chameneis bleibt noch bis Montag in Teheran, bevor er für weitere Zeremonien in die Pilgerstadt Ghom und in den Irak gebracht wird. Die Beisetzung ist für Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad geplant.
Hintergrund: Chameneis Tod und die Folgen
Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden. Seitdem befindet sich der Iran im Krieg mit Israel und den USA. Die Trauerfeiern, die am Samstag begannen, sollen Geschlossenheit demonstrieren und werden von mehreren Millionen Menschen aus dem Iran und Nachbarländern erwartet. Der Sarg des früheren Staatsoberhaupts wurde bereits in der Großmoschee Mosalla aufgebahrt.
Internationale Reaktionen und Verhandlungen
Während der Trauerfeiern fanden parallel indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Katar statt, vermittelt durch Katar und Pakistan. US-Präsident Donald Trump äußerte sich optimistisch über die Beziehungen und die Denuklearisierung des Irans. Allerdings gibt es weiterhin Streitpunkte, insbesondere um die Kontrolle der Straße von Hormus. Der Iran pocht auf eine Gebühr für die Schiffspassage und droht mit Gewalt, sollte diese Forderung nicht erfüllt werden. Frankreich und Großbritannien haben unterdessen mit dem Oman eine Vereinbarung zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus getroffen.
Auswirkungen auf den Schiffsverkehr
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus hat sich nach Angaben des Datenanbieters Lloyd's List Intelligence leicht erholt. In der vergangenen Woche durchquerten 258 Schiffe die Meerenge, verglichen mit 138 in der Woche zuvor. Der Iran hatte zwei Schiffe attackiert, die eine von Oman festgelegte Route nutzten. Teheran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine Route vor der iranischen Küste nutzen. Reedereien wie CMA CGM rechnen mit einer Normalisierung des Verkehrs in Monaten, nicht Wochen.
Militärische Aktivitäten und Spannungen
Der Iran warnte die USA und Israel vor Angriffen während der Trauerfeiern. Kommandeur Ali Abdollahi erklärte, die Streitkräfte würden auf jede Bedrohung hart reagieren. Zudem wurden fünf kurdische Kämpfer der PDKI von den Revolutionsgarden im Nordwesten getötet. Im Gazastreifen wurden bei israelischen Angriffen mindestens drei Menschen getötet, die das israelische Militär als bewaffnete Kämpfer bezeichnete. Israels Ministerpräsident Netanjahu befahl die Zerstörung der Hisbollah-Infrastruktur im Südlibanon.



