Moskau-Bombe: Kurierin verlor Arm – galt Anschlag Luftwaffen-Chef?
Moskau-Bombe: Arm der Kurierin 15 Meter weit geschleudert

Nach der Explosion vor dem Moskauer Nobelrestaurant Balzi Rossi am Samstagabend gibt es immer mehr Hinweise, dass es sich um einen gezielten Anschlag handelte. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) bestätigte, dass ein selbst gebauter Sprengsatz gezündet wurde. Die Bombe explodierte, als eine Frau versuchte, sie in das Restaurant zu schmuggeln. Sie kam dabei ums Leben, ebenso ein Sicherheitsmann, der sie am Betreten hindern wollte, sowie ein Gast.

Wie die kremlnahe Zeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, wurde der Sprengsatz per Fernzündung ausgelöst. Die Sprengkraft entsprach etwa einem Kilogramm TNT. Zudem war die Bombe mit Bleikugeln gefüllt, was auf eine besonders tückische Konstruktion hinweist. Diese Detailinformationen zeichnen ein Bild von verheerender Wirkung: Ein abgetrennter Arm der mutmaßlichen Attentäterin wurde den Angaben zufolge rund 15 Meter vom Explosionsort entfernt auf der Straße gefunden. In den sozialen Medien verbreitete Videos zeigen den Körperteil.

Drei Tote und 21 Verletzte: Moskaus Bürgermeister kündigt harte Konsequenzen an

Die offizielle Bilanz des Anschlags: drei Tote und 21 Verletzte. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin (68) reagierte bestürzt und sprach auf seinem Telegram-Kanal von einem „brutalen Terroranschlag“. Er kündigte an, dass die Verantwortlichen gefunden und zur Rechenschaft gezogen würden. Die Sicherheitsbehörden haben umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Bislang gibt es keine offizielle Erklärung, wer hinter dem Anschlag steckt.

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Das Restaurant Balzi Rossi im Zentrum Moskaus war nach der Detonation weiträumig abgesperrt. Rettungskräfte versorgten die Verletzten, Spezialisten sicherten Spuren. Noch am Sonntag war die Veranda des exklusiven Lokals abgeriegelt, wie Aufnahmen von der Unglücksstelle zeigen. Das Restaurant gilt als Treffpunkt der Moskauer Elite und ist für seine gehobene Küche bekannt.

War der Chef der Luftstreitkräfte das Ziel?

Russische Medien und Telegramkanäle spekulieren, dass der Anschlag General Aleksandr Chaiko gelten könnte – dem Oberbefehlshaber der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte. Er soll das Restaurant für rund neun Millionen Rubel (umgerechnet etwa 100.000 Euro) vollständig angemietet haben, um dort seinen 55. Geburtstag zu feiern. Ein Video, das angeblich kurz vor dem Beginn der Feier entstand, zeigt ein Banner mit der Aufschrift „Aleksandr“ und „55“. Dieser Screenshot wird als Indiz für eine private Feier Chaikos gewertet.

Auch wenn das Restaurant auf Instagram bestätigte, dass am Samstagabend eine Feier stattfand, machte es keine Angaben zu den Gästen. Offiziell gibt es keinerlei Informationen darüber, wer in dem Restaurant gefeiert hat und ob General Chaiko tatsächlich anwesend war. Auffällig ist jedoch, dass die Party nach Informationen von „Kommersant“ stark bewacht war. Das deutet darauf hin, dass sich hochrangige Militärs oder andere prominente Gäste in dem Lokal aufgehalten haben könnten.

Anschlagsserie auf russische Militärs

Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre der Anschlag kein Einzelfall. Seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine sind mehrfach hochrangige Militärs, kremlnahe Akteure und prominente Kriegsbefürworter ins Visier von Attentätern geraten. In mehreren Fällen hat der ukrainische Geheimdienst die Verantwortung für die Taten übernommen, ohne dass dies immer offiziell bestätigt wurde.

Zu den bekanntesten Fällen zählen die Ermordung des Generals Igor Kirillow im Dezember 2024, der Tod von General Jaroslaw Moskalik im April 2025 sowie die Autobombe, die der Nationalistin Darja Dugina im August 2022 das Leben kostete. Ein Anschlag auf Oberst Azatbek Omurbekow – bekannt als „Schlächter von Butscha“ – schlug im April 2026 fehl. Diese Serie zeigt, dass Anschläge auf russische Militärangehörige ein wiederkehrendes Mittel im Konflikt sind.

Ob die Explosion vor dem Balzi Rossi in diese Reihe gehört und ob wirklich General Chaiko das Ziel war, ist bislang nicht bestätigt. Die russischen Behörden schweigen zu möglichen Hintermännern. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren – und die Frage nach dem Drahtzieher bleibt vorerst offen.

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