Ukraine-Krieg: Selenskyj hofft auf Frieden bis Herbst – Druck auf Moskau
Selenskyj hofft auf Frieden bis Herbst

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor den versammelten Botschaftern der Ukraine in Kiew erklärt, er wolle Russland bis zum Herbst so unter Druck setzen, dass es einem Ende des Krieges zustimmt. „Wir werden hart daran arbeiten, damit das bis zum Herbst passiert“, sagte er. Ein genaues Datum für ein mögliches Kriegsende lasse sich nicht vorhersagen. Die ukrainischen Drohnenangriffe auf mittlere und lange Distanz, die Sanktionen des Auslands und diplomatische Anstrengungen müssten zusammenwirken, „um Russland keine Alternative zu einem Frieden zu lassen“.

Vorbereitung auf den Winter

Gleichzeitig richtete sich Selenskyj aber auf einen weiteren Kriegswinter ein. Den Diplomaten seines Landes erteilte er den Auftrag, die notwendige technische Unterstützung und Waffen bei den ausländischen Partnern zu organisieren. „Jeder Botschafter muss Waffen für die Ukraine auftreiben“, forderte er. Als wichtiges internationales Projekt der Ukraine nannte er die gemeinsame Entwicklung des Raketenabwehrsystems Freyja mit europäischen Partnern.

Selenskyj warf dem russischen Staatschef Wladimir Putin vor, ein Kriegsende hinauszuzögern und eine weitere Mobilisierung vorzubereiten. Ein Abrücken des Kremls von seinen Kriegszielen ist auch nach fast viereinhalb Jahren Großinvasion nicht erkennbar. Hingegen gehen viele Beobachter davon aus, dass auf die Parlamentswahl in Russland Mitte September eine weitere Mobilisierungswelle folgen könnte.

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Drohnen-Technologie als diplomatisches Pfund

Die ukrainische Drohnen-Technologie hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bisher Abkommen über militärische Zusammenarbeit mit neun Ländern ermöglicht. Mit 15 weiteren Ländern werde derzeit verhandelt, sagte Selenskyj am Montag in einer Rede vor ukrainischen Diplomaten. Im Rahmen der bereits geschlossenen Vereinbarungen erhalte die Ukraine langfristige Finanzmittel für ihre Rüstungsindustrie, während die Partnerländer neue Verteidigungsfähigkeiten erlangten.

Russischer Angriff auf Tankstelle in Südostukraine

Bei einem russischen Angriff auf eine Tankstelle in der Südostukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Darunter sei ein acht Jahre alter Junge, teilte der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sechs weitere Menschen im Alter von 20 bis 60 Jahren seien bei der Attacke auf die Tankstelle im Kreis Krywyj Rih verletzt worden. Ein Feuer sei am Einschlagsort ausgebrochen. Dazu veröffentlichte Hanscha ein Foto, das eine massiv beschädigte Tankstelle und eine Einsatzkraft beim Löschen eines ausgebrannten Autos zeigt.

Oppositionspolitiker Nadeschdin flieht nach Paris

Der populäre russische Oppositionelle Boris Nadeschdin hat nach einer vorübergehenden Festnahme in Moskau nun seine Heimat verlassen. „Es gibt gute Neuigkeiten. Ich bin am Leben und in Freiheit“, sagte er in einem bei Telegram veröffentlichten Video, aufgenommen vor dem Eiffelturm in Paris. Er wolle sehen, wie es weitergeht und später über seine Pläne informieren. Dutzende russische Oppositionelle leben wegen politischer Verfolgung in Russland unter Kremlchef Wladimir Putin im Exil im Ausland. Nadeschdin hatte zuletzt auch erklärt, seinen Kampf um die Teilnahme an der Parlamentswahl in Russland im September aufzugeben. Nach einer zeitweiligen Festnahme erklärte er im Juli, dass er seine Anhänger nicht unnötig in Gefahr bringen wolle und deshalb verzichte. Er machte außerdem deutlich, dass er mit dem Gedanken spiele, aus Gründen seiner eigenen Sicherheit Russland zu verlassen.

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Sprengstoffanschlag in Moskau: Vorwürfe gegen Ukraine

Nach dem tödlichen Sprengstoffanschlag in einem Restaurant in einem Moskauer Ausgehviertel hat die russische Botschaft in Italien Vorwürfe gegen die Ukraine erhoben. „Die blutigen Fangarme der Terrorbande Selenskyjs haben das italienische Restaurant ‚Balzi Rossi‘ in Moskau erreicht“, teilte die russische Botschaft in Italien in sozialen Medien mit. „Es ist klar, dass die Terroristen aus Kiew, die einen Terroranschlag in einem der besten italienischen Restaurants Moskaus planten, Italiener einschüchtern wollten, die in Russland arbeiten“, hieß es weiter in der Mitteilung. Bisher hatte Moskau die Ukraine und ihren Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht offiziell beschuldigt. Nur dank des Sicherheitsdienstes seien der aus Neapel stammende Chefkoch und sein Team unverletzt geblieben, teilte die Botschaft weiter mit.

Am Samstagabend war es in einem Restaurant in Moskau zu einer Explosion gekommen. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte am Vortag den Vorfall als „brutalen Terrorakt“ bezeichnet. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Zu den Hintergründen halten sich die Behörden bedeckt. In der Mitteilung der Botschaft war nun die Rede von fünf Todesopfern und 19 Verletzten. Russische Militärblogger schrieben bei Telegram, dass in dem Restaurant ein General der Streitkräfte seinen 55. Geburtstag gefeiert habe. Demnach kursierte der Name Alexander Tschajko – seit Mai dieses Jahres Chef der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte.

Selenskyj will Umjerow zum Geheimdienstchef machen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Chefunterhändler Rustem Umjerow zum Chef des Auslandsgeheimdienstes ernennen. Dies meldet der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Ukraine unter Berufung auf Selenskyj. Umjerow ist bislang der Chefunterhändler der Ukraine bei den von den USA unterstützten Gesprächen mit Russland.

Russland meldet Angriffe auf Schiffe

Russland hat nach eigenen Angaben drei Schiffe mit Militärgütern im ukrainischen Teil des Schwarzen Meeres sowie ein Frachtschiff im Hafen von Mykolajiw getroffen. Dies teilt das russische Verteidigungsministerium auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Eine ukrainische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

Wildberries-Lager in Brand

Der russische Online-Händler Wildberries teilt mit, in einem seiner Logistikzentren in der russischen Region Wladimir sei nach einem Angriff ein Feuer ausgebrochen. Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Die Feuerwehr sei im Einsatz. Es gebe derzeit keine Berichte über mögliche Verletzte oder Tote. Die Logistik sei auf andere Standorte umgeleitet worden, um die kontinuierliche Zustellung und den Versand zu gewährleisten. Die Ukraine hat seit dem 18. Juli mindestens ein Dutzend Lagerhäuser des russischen Marktführers angegriffen. Das stört nicht nur die russische Konsumwirtschaft erheblich. Die Ukraine argumentiert zudem, über den Online-Handel werde das russische Militär beliefert.

Schutzmaßnahmen für Schiffsverkehr angekündigt

Russland will nach feindlichen Drohnenangriffen auf Schiffe die Frachtlogistik im Asow-Schwarzmeer-Becken sicherstellen. Das Verkehrsministerium ergreife alle notwendigen Maßnahmen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur. Die Lage im Asowschen Meer sei wegen der Angriffe angespannt, teilt das Ministerium demnach weiter mit. Es werde daran gearbeitet, den Güterverkehr in der Region aufrechtzuerhalten.

Opfer in Südrussland, der Ukraine und auf der Krim

In Südrussland sind nach Behördenangaben drei Menschen durch herabstürzende Drohnen-Trümmer getötet worden. 13 Menschen seien zudem verletzt worden, darunter mehrere Kinder. Getroffen worden sei das Dorf Archipo-Ossipowka in der Nähe der Stadt Gelendschik. Auch auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim sind nach Angaben des Gouverneurs bei einem „feindlichen Angriff“ in der Nacht drei Zivilisten getötet worden. Zwei weitere seien verletzt worden, teilt Sergej Axjonow mit. Bei einem russischen Angriff auf eine Tankstelle in der ukrainischen Region Dnipropetrowsk sind nach Angaben des Gouverneurs drei Menschen getötet worden. Die russischen Truppen haben in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Tankstellen in der gesamten Ukraine verstärkt.

Schüsse im Rekrutierungszentrum in Odessa

Ein Unbekannter hat am Abend in einem Rekrutierungszentrum in der ukrainischen Hafenstadt Odessa das Feuer auf die Angestellten eröffnet. Vier Männer seien dabei verletzt worden, einer von ihnen schwer, berichteten die örtlichen Medien. Der Schütze flüchtete daraufhin. Die Polizei habe die Wohnung des Schützen ausfindig gemacht, berichtete die Zeitung „Dumskaja“. Der Mann habe sich dort verschanzt. Über das weitere Vorgehen der Polizei und die Motive des Mannes lagen vorerst keine Erkenntnisse vor.

Angriffe auf Saporischschja und Cherson

Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Weitere elf Personen seien bei den Explosionen zweier Gleitbomben in der Stadt verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser seien bei dem Angriff beschädigt worden. In der südukrainischen Stadt Cherson wurde bei einem Drohnenangriff auf ein Auto eine Frau getötet, wie die Regionalverwaltung mitteilte. Zwei weitere Insassen des Wagens wurden dabei verletzt.

Drohnen-Teile in Rumänien

Das rumänische Verteidigungsministerium teilt mit, Teile einer von der Ukraine abgeschossenen Drohne seien auf rumänischem Staatsgebiet gefallen. Die Teile seien auf einem Acker niedergegangen und hätten keinen Schaden angerichtet. Der Vorfall habe sich an der Donau-Grenze in der Nähe des Dorfes Periprava ereignet. Das Dorf liegt wenige hundert Meter von der Grenze entfernt. Die Drohne war dem Ministerium zufolge zunächst 20 Minuten lang im rumänischen Luftraum, bevor sie in die Ukraine flog. Woher die Drohne kam, ließ das Ministerium offen. Rumänische Kampfjets hatten Ende Juli an drei aufeinanderfolgenden Tagen drei russische Drohnen abgeschossen, die in den rumänischen Luftraum eingedrungen waren.

Einsatz gegen Schattenflotte

Ein italienisches Marineschiff hat im zentralen Mittelmeer einen Öltanker überprüft, der der sogenannten russischen Schattenflotte zugerechnet wird. Dabei sei kontrolliert worden, ob das Schiff berechtigt sei, wie geschehen unter der Flagge Kameruns zu fahren, teilte das Verteidigungsministerium in Rom mit. Italienische Soldaten enterten den Tanker „Toa Payoh“ für die Kontrolle. Der Tanker war den Angaben zufolge Mitte Juli vom Hafen Cotonou im westafrikanischen Benin mit Ziel Istanbul ausgelaufen. Das Schiff wurde westlich der kleinen Insel Pantelleria in internationalen Gewässern gestoppt. Die italienische Mittelmeerinsel liegt zwischen Sizilien und der tunesischen Küste. Die EU geht mit Sanktionen gegen Schiffe vor, mit denen Russland Beschränkungen für seine Ölexporte umgeht.

Ukraine greift Raffinerie und Militärflugplatz an

Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie und einen Militärflugplatz in der Region Saratow im Südwesten Russlands angegriffen. Der Generalstab teilte am Sonntag in Kiew mit, die Angriffe hätten in beiden Anlagen Brände ausgelöst. Weiter hieß es, die Streitkräfte hätten auch ein Öldepot in der westlichen Region Kaluga angegriffen.

Brände und Tote in Russland

In Russland sind infolge ukrainischer Drohnenangriffe zwei Menschen getötet worden. Zivile Infrastruktur in Saratow und Engels sei beschädigt worden, schrieb der Gouverneur der Region Saratow, Roman Bussargin, bei Telegram, ohne Details zu nennen. In Engels sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden und zwei Menschen seien ums Leben gekommen. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die Feuer auf dem Gelände der Raffinerie in Saratow zeigen sollen. Sie war in der Vergangenheit schon oft Ziel ukrainischer Gegenangriffe. In Engels ist einer der größten Luftwaffenstützpunkte in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine mit Raketen zu beschießen. Auch Engels war daher schon mehrfach Ziel ukrainischer Gegenangriffe. Erneut attackierten ukrainische Drohnen außerdem ein Logistikobjekt des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries, diesmal in der Region Samara, wie das Unternehmen mitteilte. In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen. Verletzte gebe es nicht. Russland wehrte in der Nacht dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge 635 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim ab. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der Angriffe zu.

Selenskyj fordert Patriot-Raketen

Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew bittet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut um dringende Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen. „Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die einzig gerechte Antwort wäre ihm zufolge die Unterstützung für Kiew bei der Abwehr russischer Raketenangriffe.

Opfer bei russischen Luftangriffen

Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Region Cherson sind mindestens eine Bewohnerin sowie sieben weitere Personen verletzt worden. Das teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Bei dem Angriff, der auch von Artillerie begleitet worden sei, wurden nach Angaben der Behörden mehrere Gebäude und Fahrzeuge beschädigt. Die frontnahe Region Cherson ist immer wieder Ziel russischer Angriffe. In Nikopol in der Region Dnipro wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Minibus sieben Insassen verletzt. „Ein gezielter und zynischer Angriff auf Zivilisten“, kommentierte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram.

Russland meldet Angriffe auf Häfen

Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau Treibstofftanks im ukrainischen Hafen Odessa sowie einen Schlepper im Hafen von Mykolajiw angegriffen. Der Treibstoff und das Schiff seien für die ukrainische Armee vorgesehen gewesen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium.

AKW Saporischschja verliert Strom

Das Atomkraftwerk Saporischschja hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum 23. Mal seit Kriegsbeginn seine externe Stromversorgung verloren. Die Ursache des fast zweistündigen Ausfalls sei noch unklar, teilt die Behörde mit. Das ukrainische Kraftwerk ist von russischen Kräften besetzt.

Ukraine trifft Ölraffinerien und Schiff

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Infrastruktur von drei russischen Ölraffinerien in der Region Baschkortostan angegriffen. Die Anlagen liegen knapp 1600 Kilometer von der Grenze entfernt. Zudem hätten ukrainische Truppen das sanktionierte russische Containerschiff „Yanina“ mit einer Kapazität von mehr als 100.000 Tonnen versenkt und weitere Ziele im Schwarzen und Asowschen Meer getroffen, teilt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Russland meldet Einnahme von Dörfern

Russland hat nach eigenen Angaben zwei weitere ukrainische Dörfer eingenommen. Es handle sich um Olgiwka in der nördlichen Region Charkiw und Ljubytske in der südöstlichen Region Saporischschja, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Samstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau.

Rosatom meldet versenktes Schiff

Der russische staatliche Atomkonzern Rosatom meldet den Untergang eines Schiffs im Schwarzen Meer durch einen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht. Die 17 Besatzungsmitglieder seien unversehrt, teilt Rosatom-Chef Alexej Lichatschow mit. Das Schiff habe Güter wie Tiefkühlkost und Baumaterialien transportiert.

Luftabwehr schießt Drohnen ab

Die Ukraine griff wieder Ziele in Russland an. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, vier Drohnen seien zerstört worden. Über mögliche Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Das ukrainische Militär nimmt regelmäßig auch Ziele in Russland ins Visier, um den Krieg weiter in das Land des Angreifers zu tragen. Das Ausmaß der durch ukrainische Angriffe verursachten Schäden und die Zahl der Opfer sind aber nicht mit den von Russland angerichteten Zerstörungen in der Ukraine zu vergleichen.

Heftige Angriffe auf Kiew

Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, schrieb bei Telegram von mindestens 9 Toten und mehr als 30 Verletzten, darunter vier Minderjährige. Es gab demnach Brände und Schäden an Wohnhäusern und anderen Gebäuden in mehreren Stadtteilen. Zuvor berichtete Klitschko unter anderem von einem fünfstöckigen Wohnhaus, das durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden sei. In dem Haus seien Menschen eingeschlossen. Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahnstationen oder im Freien.

Russland griff die Ukraine laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mit 35 Raketen und Marschflugkörpern, darunter 27 ballistische Raketen, sowie 185 Drohnen an. Nur eine ballistische Rakete sei abgefangen worden, einfach weil es keine Raketen für Patriot-Systeme gebe, schrieb er in sozialen Medien und appellierte an die Partner seines Landes. Mittel zur Flugabwehr würden nicht in Lagern für hypothetische Szenarien gebraucht, sondern jetzt in der Ukraine. Dazu veröffentlichte er Fotos und einen Videozusammenschnitt, die Einsatzkräfte und Zerstörungen an Wohnhäusern zeigen. Beschädigt wurden ihm zufolge 18 Häuser, eine Schule, die litauische Botschaft und Infrastruktureinrichtungen in Kiew.