Siedler setzen Moscheen in Brand: Eskalation im Westjordanland
Siedler setzen Moscheen im Westjordanland in Brand

Israelische Siedler haben im besetzten Westjordanland nach palästinensischen Angaben zwei Moscheen angegriffen und in Brand gesetzt. Im Dorf Kusra südöstlich von Nablus steckten sie eine erst kürzlich fertiggestellte Moschee in Brand, wie der Vorsitzende des Gemeinderats, Abdel Asim Wadi, am Sonntag mitteilte. Zudem sprühten sie hebräische Parolen an die Wände, darunter „Jüdische Rache“ und den Namen eines der Israelis, die am Freitag bei einer Schießerei im Westjordanland getötet worden waren.

Angriffe auf Moscheen: Kusra und Kur betroffen

„Das Dorf ist seit 2011 wiederholt angegriffen worden. Diese Angriffe haben seit dem Krieg zugenommen“, sagte Wadi der Nachrichtenagentur Reuters. Er bezog sich auf den Gaza-Krieg, der im Oktober 2023 begann. Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Dorf Kur südöstlich von Tulkarm. Palästinenser-Vertretern zufolge versuchten drei Siedler im Morgengrauen, eine Moschee niederzubrennen. Besucher des Gottesdienstes konnten die Flammen löschen, bevor sie den Hauptbereich erreichten. Auch dort wurden hebräische Graffiti gesprüht. „Dies ist der erste Angriff, den unser Dorf erlebt hat“, sagte Farid Dschijusi, Mitglied des Gemeinderats.

Israelisches Militär verurteilt Vorfälle

Das israelische Militär teilte mit, nach Kusra entsandte Truppen hätten Graffiti und Brandspuren gefunden. Es werde nach Verdächtigen gesucht, die Polizei sichere Beweise. „Die Sicherheitskräfte verurteilen Vorfälle dieser Art, einschließlich der Beschädigung religiöser Stätten, aufs Schärfste und werden weiterhin entschlossen handeln, um die Sicherheit und die öffentliche Ordnung in dem Gebiet aufrechtzuerhalten“, hieß es in einer Stellungnahme.

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Hintergrund: Eskalation der Siedlergewalt

Erst am Freitag waren bewaffnete israelische Siedler in die Umgebung des palästinensischen Dorfes Tal südwestlich von Nablus eingedrungen. Bei einem Schusswechsel wurden vier Palästinenser und zwei israelische Soldaten getötet. Nach Angaben der Vereinten Nationen und der Palästinensischen Autonomiebehörde reiht sich dieser Vorfall in eine wachsende Serie von Zusammenstößen mit Siedlern ein, bei denen allein in diesem Jahr Dutzende Palästinenser getötet und Hunderte verletzt wurden. Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 haben Siedlerangriffe auf Palästinenser im Westjordanland stark zugenommen.

Premierminister Benjamin Netanjahu ordnete nach dem Vorfall vom Freitag eine Verstärkung der Truppen im Westjordanland an und kündigte die Genehmigung weiterer Siedlungen an. Diese sind international nicht anerkannt und gelten als Verstoß gegen das Völkerrecht. Rechtsextreme Politiker in der israelischen Regierung, wie Finanzminister Bezalel Smotrich, fordern eine beschleunigte Übernahme des Westjordanlands.

Der Gaza-Krieg begann mit einem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem nach israelischen Angaben 1.200 Menschen getötet wurden. Bei israelischen Angriffen auf den weitgehend zerstörten Gazastreifen wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 73.000 Menschen getötet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Die Palästinenser streben einen unabhängigen Staat im Gazastreifen, Westjordanland und Ost-Jerusalem an.

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