Iran-Krieg: Flugabwehr in Teheran aktiv – US-Angriffe auf Stützpunkte
Teheran: Flugabwehrfeuer – US-Angriffe auf iranische Ziele

In der iranischen Hauptstadt Teheran hat nächtliches Flugabwehrfeuer die Sorge vor einer weiteren militärischen Eskalation des Konflikts mit den USA verstärkt. Im Nordosten der Millionenmetropole riss die Flugabwehr gegen 3:30 Uhr Ortszeit viele Bewohner aus dem Schlaf. Rund eine halbe Stunde lang waren dumpfe Detonationen zu hören. Es war das erste Mal seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe, dass die Luftabwehr in Teheran aktiv wurde. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete später, dass eine feindliche Drohne über Teheran abgeschossen worden sei.

Neue US-Angriffswelle auf Iran

Parallel zu den Ereignissen in Teheran informierte das US-Militär in der Nacht über eine neue Welle von Angriffen auf militärische Ziele im Iran. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom teilte auf der Plattform X mit, die Angriffe hätten die Fähigkeiten Irans schwächen sollen, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Zu den Zielen der gut einstündigen Angriffswelle gehörten militärische Kommandozentren, die iranische Marine und Standorte der Luftwaffe. Genaue Ortsangaben machte das US-Militär nicht. Der Iran meldete wie in den vergangenen Wochen vor allem Angriffe am Persischen Golf an der Südküste.

Irans Raketen auf Jordanien, Kuwait und Bahrain

Irans Streitkräfte feuerten am Mittwoch erneut Raketen auf mit den USA verbündete Staaten in der Region. Das Königreich Jordanien wehrte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra vier von sechs ballistischen Raketen ab. Schäden oder Opfer habe es nicht gegeben. Videos zeigten Rauch im Raum der jordanischen Küstenstadt Akaba. Erst vor wenigen Tagen waren dort bereits Angriffe gemeldet worden. Auch Kuwait und Bahrain wurden laut Medienberichten von iranischen Raketen getroffen. Jordanien beheimatet US-Truppen und Flugzeuge der US-Luftwaffe und ist damit ein mögliches Ziel iranischer Vergeltungsangriffe. Zudem liegt es auf der Fluglinie zwischen dem Iran und Israel, die sich seit 2024 immer wieder direkt angreifen.

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Trump droht mit „voll Wucht“

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran Stunden zuvor mit weiteren Angriffen gedroht. Dabei nannte er konkret ein Areal rund um eine Anlage, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. „Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht“, sagte er am Dienstag im Weißen Haus. Bereits zuvor hatte Trump eine Attacke auf den Komplex angedroht, der in einem Berg südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran verborgen ist. Er betonte, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.

Eskalation in neuer Phase?

Die nächtlichen Geschehnisse in Teheran könnten darauf hindeuten, dass die Eskalation in eine neue Phase tritt. Die bislang letzten Angriffe auf die Metropole hatte es Anfang Juni gegeben, vor mehr als einem Monat. Damals attackierte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt. Der Konflikt war Anfang Juli erneut aufgeflammt, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele vor allem an der Südküste des Irans. Trump erklärte die Anfang April vereinbarte und mehrmals gebrochene Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen für beendet. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.

Spannungen auch am Roten Meer

Der Iran-Krieg sorgt auch für Spannungen am Roten Meer. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt. Die Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort können sie mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen. Mindestens drei Öltanker seien umgedreht, meldete das Fachmedium „Lloyd's List“. Saudi-Arabien exportiert derzeit einen Teil seines Öls über eine Pipeline zum Hafen Janbu am Roten Meer, um die Straße von Hormus zu umgehen.

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Pakistans Regierung, die im Iran-Krieg vermittelt, will nun ihren Bündnispartner Saudi-Arabien im Notfall militärisch unterstützen. Man behalte sich auch den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es in einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums. Die südasiatische Atommacht unterhält mit Saudi-Arabien ein Militärbündnis und hadert daher zunehmend mit ihrer Vermittlerrolle im Krieg.