Ukraine greift erneut Wildberries-Lager an – Tote in Russland und Ukraine
Ukraine attackiert Wildberries-Lager erneut – Tote

Die Ukraine hat erneut mehrere Lagerhäuser des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries angegriffen. Bei einem Drohnenangriff im Moskauer Gebiet kamen nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow fünf Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt, sechs von ihnen in Krankenhäuser gebracht. In der Siedlung Krasny Bor im Gebiet Leningrad brach nach einer Attacke ein Feuer in einem Logistikzentrum aus, wie Gouverneur Alexander Drosdenko mitteilte. Das Unternehmen bestätigte den Brand, betonte jedoch, dass alle Mitarbeiter rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden seien und es keine Verletzten gebe.

Angriffe auf mehrere Standorte

Bei der Stadt Tschechow im Moskauer Gebiet entstanden Brände in einem Industriegebiet. Den größten Brand gab es laut Worobjow in einem Lagerhaus, das auch von Wildberries genutzt wird. In der Region Twer meldeten die Behörden Schäden an einem Wildberries-Lager: Im Dorf Emmaus beschädigten herabstürzende Drohnentrümmer eine Wand der Lagerhalle, wie es hieß. Mitarbeiter blieben unverletzt. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die Rauch über Lagerhäusern und evakuierte Mitarbeiter zeigen sollen, unter anderem aus der Oblast Wladimir.

Hintergrund: Serie von Angriffen seit Mitte Juli

Seit Mitte Juli wurden nach Angaben russischer Behörden rund 20 Wildberries-Standorte in verschiedenen Teilen Russlands und auf der Krim angegriffen. Bereits bei den ersten Attacken in der Nacht zum 18. Juli wurden acht Menschen getötet und fast 90 verletzt. Wildberries ist eine der größten Onlinehandelsplattformen Russlands und wird wegen seines breiten Angebots und seines Liefernetzes häufig als „russisches Amazon“ bezeichnet. Die ukrainischen Angriffe auf die Lager haben immense Auswirkungen auf das Leben in Russland, wie SPIEGEL-Korrespondentin Christina Hebel in einer Videoanalyse einordnet.

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Tote in der Ukraine durch russische Angriffe

Auch die Ukraine beklagt nach russischen Angriffen Todesopfer. In der nordostukrainischen Stadt Sumy wurden nach Angaben von Oleh Hryhorow, dem Chef der Militärverwaltung, zwei Mädchen im Alter von fünf und zehn Jahren sowie eine Frau getötet. Russland habe Gleitbomben eingesetzt. Sechs davon seien in zivile Infrastruktur eingeschlagen, zwei konnten abgewehrt werden. In Mykolajiw im Süden der Ukraine kam nach Angaben von Militärgouverneur Heorhij Reschetilow eine 89-Jährige ums Leben. Sieben weitere Menschen wurden verletzt, mehrere Wohnhäuser und ein Auto beschädigt.

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