Ukraine greift Raffinerie und Militärflugplatz in Saratow an
Ukraine greift Raffinerie und Militärflugplatz in Saratow an

Ukraine greift Treibstoff- und Militärziele an

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie und einen Militärflugplatz in der russischen Region Saratow angegriffen. Nach Darstellung des Generalstabs in Kiew lösten die Angriffe in beiden Anlagen Brände aus. Zudem sei ein Öldepot in der westlichen Region Kaluga attackiert worden.

Der Gouverneur der Region Saratow, Roman Bussargin, berichtete auf Telegram von Schäden an ziviler Infrastruktur in Saratow und Engels. In Engels, wo einer der größten Luftwaffenstützpunkte Russlands liegt, wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt. Bei dem Drohnenangriff kamen zwei Menschen ums Leben, ohne dass Bussargin weitere Details nannte. In sozialen Medien kursierten nicht verifizierbare Aufnahmen, die Feuer auf dem Gelände der Raffinerie zeigen sollen.

Russlands Verteidigungsministerium gab an, in der Nacht 635 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim abgewehrt zu haben. Die Zahl lässt sich nicht unabhängig prüfen, verdeutlicht aber die Intensität der Angriffe auf russische Regionen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Erneute Brände in Wildberries-Lagern

Der größte russische Online-Händler Wildberries meldete binnen weniger Stunden zwei Vorfälle. In einem Logistikzentrum in der Region Wladimir sei nach einem Angriff ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit. Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, Verletzte oder Tote gebe es keine. Die Feuerwehr sei im Einsatz. Auch ein Lager in der Region Samara wurde nach Angaben des Unternehmens von einer ukrainischen Drohne getroffen; dort brach ebenfalls ein Brand aus.

Die Logistik werde auf andere Standorte umgeleitet, um den Versand aufrechtzuerhalten, hieß es. Die Ukraine hat seit dem 18. Juli mindestens ein Dutzend Lagerhäuser des russischen Marktführers angegriffen. Kiew argumentiert, über den Online-Handel werde auch das russische Militär mit Gütern versorgt.

Zivilisten bei russischen Angriffen getötet

Bei russischen Luftangriffen auf die Großstadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Elf weitere Personen wurden durch den Einschlag zweier Gleitbomben verletzt, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow mit. Mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt. In der Südukraine kam zudem eine Frau bei einem Drohnenangriff auf ihr Auto in Cherson ums Leben; zwei weitere Insassen wurden verletzt.

Die frontnahe Region Cherson ist regelmäßig Ziel russischer Angriffe. Erst am Vortag waren dort bei einem Luftangriff eine Bewohnerin getötet und sieben Menschen verletzt worden.

Kiew appelliert nach Raketennacht an Verbündete

Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew hat Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut dringend Patriot-Flugabwehrraketen gefordert. „Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die einzig gerechte Antwort sei die Unterstützung bei der Abwehr russischer Raketen.

Bei dem Angriff in der Nacht auf den 1. August waren in der ukrainischen Hauptstadt nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens neun Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden, darunter vier Minderjährige. Selenskyj zufolge feuerte Russland insgesamt 35 Raketen und Marschflugkörper, darunter 27 ballistische, sowie 185 Drohnen ab. Nur eine einzige ballistische Rakete sei abgefangen worden, „einfach weil es keine Raketen für Patriot-Systeme gibt“, schrieb er. Beschädigt wurden demnach 18 Häuser, eine Schule und die litauische Botschaft.

Schwarzes Meer: Schifffahrt unter Druck

Russlands wichtigste Getreidelobby hat eindringlich vor den Folgen ukrainischer Drohnenangriffe auf Schiffe und Häfen gewarnt. Die Angriffe könnten zu einer „vollständigen Blockade der Exportkorridore“ führen, erklärte der Verband der Getreideexporteure. Dies würde einen Ausfall von 30 bis 35 Millionen Tonnen Weizen bedeuten – rund 15 Prozent des weltweiten Handels. Die Störung sei eine direkte Bedrohung der globalen Ernährungssicherheit.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Unterdessen kontrollierte ein italienisches Marineschiff im Mittelmeer einen Tanker, der der russischen „Schattenflotte“ zugerechnet wird. Die Besatzung prüfte, ob das Schiff unter der Flagge Kameruns fahren durfte. Der Tanker „Toa Payoh“ war auf dem Weg von Benin nach Istanbul und wurde westlich von Pantelleria gestoppt. Die EU sanktioniert Schiffe, mit denen Russland Ölexport-Beschränkungen umgeht. Auch in Rumänien sorgte der Krieg für Aufmerksamkeit: Teile einer abgeschossenen Drohne fielen auf einen Acker nahe der Grenze, ohne Schaden anzurichten.

Polen bestätigt russischen Marschflugkörper

Nach dem Absturz eines Flugobjekts in Ostpolen hat Warschau bestätigt, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ Ch-101 handelte. Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk sagte, es handele sich um einen Marschflugkörper, der potenziell sehr gefährlich sei. Die Rakete sei beim Aufprall explodiert, verletzt wurde niemand. Polnische Kampfjets waren bereits zuvor wegen russischer Aufklärungsflieger über der Ostsee im Einsatz.