US-Militär sucht per Mail nach unkonventionellen Iran-Ideen
US-Militär sucht per Mail nach Iran-Ideen

Das US-Militär hat einem CNN-Bericht zufolge per E-Mail einen großen Kreis von Militäranalysten um "kreative und unkonventionelle Wege" im Umgang mit dem Iran gebeten. Die Anfrage eines hochrangigen Offiziers des US-Militärkommandos wurde über einen Verteiler verschickt, wie CNN unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet.

Fünf Monate Krieg ohne Ende in Sicht

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran dauert inzwischen fünf Monate an. Was US-Präsident Donald Trump als kurzen Krieg geplant hatte, hat sich zu einem zähen Ringen entwickelt. Nachhaltige Verhandlungen über ein Ende scheitern bislang. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Angriffen auf den Iran begonnen. Das iranische Militär attackierte daraufhin Verbündete der USA am Persischen Golf und in der Region.

In der E-Mail heißt es wörtlich: "Wir suchen nach neuen, kreativen und unkonventionellen Wegen, um Druck auf den Iran auszuüben und ihn zu sanktionieren." Die Suche nach Ideen im großen Kreis per Mail ist laut Militärvertretern ungewöhnlich. Sie verdeutliche die begrenzten und womöglich wenig attraktiven Optionen, die Trump zur Verfügung stehen, um den Iran zu einem Deal zu seinen Bedingungen zu zwingen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Militär spielt Anfrage herunter

Das US Central Command (CENTCOM) bemühte sich, die Anfrage herunterzuspielen. "Das US Central Command blickt auf eine lange Tradition innovativer Denk- und Arbeitsweisen zurück", sagte Captain Timothy Hawkins, ein Sprecher des CENTCOM, zu CNN. Die Anfrage sei Teil dieser Tradition.

Erst am Wochenende, nach Versand der Mail, hatte Trump mit neuen Angriffen auf den Iran gedroht. Die Pläne verwarf er jedoch, nachdem Vertreter aus der Region, allen voran der saudische Kronprinz, interveniert und auf Deeskalation gedrängt hatten. Trump will verhindern, dass der Iran eine eigene Atomwaffe besitzen kann.

Kritiker warnen vor langwierigem Krieg

Kritiker werfen Trump vor, sich verkalkuliert zu haben. Sie warnen vor einem langwierigen Krieg, der die Region weiter destabilisieren könnte. Die Suche nach unkonventionellen Lösungen per Rundmail zeigt nach Ansicht von Beobachtern, wie sehr die US-Regierung unter Zugzwang geraten ist.

Derweil geht der Konflikt weiter. Erst kürzlich meldete die britische Seefahrtbehörde UKMTO, dass ein Frachtschiff in der Straße von Hormus von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden sei. Die Lage bleibt angespannt, und ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration