USA fast ohne Raketen: Iran-Krieg zehrt an Vorräten
USA fast ohne Raketen im Iran-Krieg

Die USA haben im seit Ende Februar andauernden Krieg gegen den Iran ihre Bestände an wichtigen landgestützten Langstreckenraketen nach Angaben von Insidern weitgehend aufgebraucht. Dies schürt Sorgen über die Einsatzbereitschaft des US-Militärs für künftige Konflikte, sagten Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die niedrigen Lagerbestände. Details zur genauen Nutzung der Raketen vom Typ Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missiles (PrSM) waren bislang nicht bekannt.

Fast alle Boden-Boden-Geschosse verbraucht

Bei den Raketen handelt es sich vor allem um Boden-Boden-Geschosse des Heeres. Die USA hätten „nahezu alle“ dieser Waffen eingesetzt, sagten zwei der Insider. Zu genauen Zahlen wollten sie allerdings keine Angaben machen. Analysten zufolge wären solche Waffen, die über eine Million Dollar pro Stück kosten, auch in einem Konflikt mit China oder Russland von Bedeutung. PrSM ist eine neuere, fortschrittlichere Generation, die die ATACMS mit ihrer kürzeren Reichweite ersetzen soll.

Zudem hätten die USA seit Kriegsbeginn knapp die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht, sagte eine Person, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollte. Diese werden von der Marine von Schiffen und U-Booten aus gestartet. Auch die Bestände an defensiven Waffen wie Patriot-Abfangraketen und THAAD-Systemen zur Abwehr ballistischer Raketen seien stark reduziert.

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CSIS-Studie bestätigt: Patriot-Bestände um 65 Prozent gesunken

Einem Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) von vergangener Woche zufolge wurden zwischen Februar und Juli etwa 65 Prozent der Patriot-Abfangraketen verbraucht und die THAAD-Bestände um mindestens 38 Prozent reduziert. Zwei der Insider bestätigten, dass diese Zahlen mit internen US-Daten übereinstimmten.

US-Präsident Donald Trump wies die Bedenken zurück. Die USA hätten „weit mehr Munition als irgendjemand sonst auf der Welt“ und „weit mehr, als wir brauchen“, hieß es in einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung des Republikaners. (Reuters)

Neuer Angriff auf Schiff in Straße von Hormus

Während US-Präsident Donald Trump dem Iran ein neues Ultimatum für Gespräche zur Beilegung des Konflikts setzt, ist in der Straße von Hormus erneut ein Handelsschiff angegriffen worden. Vor der Küste des Omans traf ein „unbekanntes Geschoss“ den Frachter, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte. Laut Trump geht es in laufenden Gesprächen um die vollständige Öffnung der Meerenge bis diesen Dienstag. Das wäre der Zustand, der vor dem Krieg geherrscht hatte. Eine Rückkehr zum Vorkriegszustand hatte Teheran aber wiederholt abgelehnt. Angesichts der festgefahrenen Lage im Iran-Krieg baut der US-Präsident damit die nächste Drohkulisse auf. „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran. In der Vergangenheit hatte die US-Regierung immer wieder Drohungen ausgesprochen, sie aber nicht immer wahr gemacht. Der tatsächliche Verhandlungsstand zwischen den beiden Parteien ist unklar.

Der neue Angriff auf das Handelsschiff ereignete sich laut der britischen Behörde rund 37 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Al Khasab. Sie machte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten auf dem Frachter. In der Straße von Hormus haben Teherans Streitkräfte seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar immer wieder Schiffe angegriffen. (dpa)

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„Kommersant“: Alle wollen Straße von Hormus kontrollieren

Die Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ schreibt am Dienstag zu den Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über die Straße von Hormus: „Er hat gesagt, dass gerade die USA Hüter der Straße von Hormus sein sollten. Und als Kompensation für alle Ausgaben, die nötig sind, um Sicherheit in dieser sehr unstabilen Weltregion zu gewährleisten, sollten die Amerikaner 20 Prozent auf alle transportierten Güter bekommen. Allerdings musste der Herr im Weißen Haus von dieser Idee fast am gleichen Tag wieder abrücken, weil sie für die Monarchien am Persischen Golf unannehmbar ist. Aus verständlichen Gründen ist sie auch für den Iran unannehmbar. Er hat die Straße von Hormus zu Beginn der amerikanisch-israelischen Bombenangriffe gesperrt und will die Kontrolle über diesen Hebel nicht aufgeben.“ (dpa)

Saudi Aramco verdient kräftig an gestiegenen Ölpreisen

Der staatliche Ölkonzern Aramco hat infolge des Iran-Kriegs im zweiten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet. Grund dafür sind kriegsbedingt gestiegene Preise für Öl und raffinierte Kraftstoffe. Zudem kann der saudi-arabische Ölkonzern die Blockade der Straße von Hormus mithilfe einer Pipeline durch das Land umgehen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn kletterte im Jahresvergleich um ein Drittel auf gut 125 Milliarden Riyal (29 Mrd. US-Dollar), wie Saudi Aramco in Dhahran mitteilte. Damit übertraf das seit 2019 an der Börse notierte Unternehmen die Erwartungen von Analysten.

Die Ölpreise sind drastisch gestiegen, da der Iran die Straße von Hormus nach den Angriffen von USA und Israel faktisch gesperrt hatte. Dies trieb auch die Preise für Raffinerieprodukte wie Diesel und Kerosin in die Höhe. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Kuwait und der Irak sind aufgrund von Angriffen auf Förderanlagen und überfüllter Lagerkapazitäten zu Produktionskürzungen gezwungen. (dpa)

Vermittlerländer kritisieren neue israelische Angriffe im Gazastreifen

Die Gaza-Vermittlerländer Katar, Ägypten und die Türkei haben die neuen israelischen Angriffe im Gazastreifen verurteilt, bei denen nach palästinensischen Angaben mehr als 20 Menschen getötet wurden. Das israelische Vorgehen stelle einen „eklatanten Verstoß gegen das internationale Recht und das humanitäre Völkerrecht“ dar, hieß es am späten Montagabend in einer gemeinsamen Erklärung der drei Länder, die in dem Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas als Vermittler fungieren.

Vor allem kritisierten Katar, Ägypten und die Türkei „gezielte Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und Infrastruktur sowie die Opfer unter der Zivilbevölkerung, darunter Frauen und Kinder“. Bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen waren kurz zuvor nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes zwei Menschen getötet worden. Bei der Attacke auf ein Auto im Westen der Stadt Gaza seien am Montagabend zudem mehrere Menschen verletzt worden. Die israelische Armee sprach von einem Angriff auf „Terroristen“. Zuvor waren am Sonntag bei israelischen Angriffen im Gazastreifen laut Zivilschutz bereits 19 Menschen getötet worden, darunter Frauen und Kinder. (AFP)

Peseschkian: Iran strebt keine Ausweitung des Krieges an

Der Iran verteidigt nach den Worten seines Präsidenten Massud Peseschkian seine Grenzen. Sein Land strebe aber keine Ausweitung des Krieges an, erklärt Peseschkian staatlichen iranischen Medien zufolge. Die USA und Israel hatten am 28. Februar den Iran angegriffen. Seither gab es mehrfach Gespräche und Feuerpausen, beendet ist der Krieg aber keineswegs. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, es seien Verhandlungen mit dem Iran über eine Beilegung des Konfliktes im Gange. Zugleich sprach Trump von einer „letzten Chance“ für die Führung in Teheran. Der Iran wies die Darstellung zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte am Montagabend, es fänden keine Verhandlungen mit den USA statt und es seien auch keine Treffen vorgesehen.

Die einzigen laufenden Gespräche seien die mit dem Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus. Diese Meerenge am Persischen Golf ist überaus wichtig für die internationale Schifffahrt, insbesondere für den Transport von Erdöl und Gas. (Reuters)

Trump über Iran-Gespräche: „Letzte Chance“ für Teheran

US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit dem Iran als „letzte Chance“ für Teheran bezeichnet. Man befinde sich in Gesprächen – und zwar auf Wunsch des Irans, sagte Trump im Weißen Haus. Er bekräftigte, dass verschiedene Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben. „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er mit Blick auf den Iran. Einmal mehr untermauerte er seine Worte dabei mit einer martialischen Drohung: „Ich möchte ihnen jede letzte Chance vor der Enthauptung geben“. Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die „Denuklearisierung“ des Irans gehen - das werde länger dauern, räumte Trump ein. (dpa)

Trump: Iran hat Wahl zwischen „Abkommen“ oder „Kapitulation“

US-Präsident Donald Trump hat eine Fortsetzung der Seeblockade gegen den Iran bekannt gegeben. Die US-Armee werde die iranischen Häfen so lange blockieren, bis es „ein Abkommen oder eine vollständige Kapitulation“ Teherans gebe, erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Die iranische Führung sei „doppelzüngig“, wenn sie behaupte, es gebe keine Gespräche mit den USA zur Beendigung des Krieges, schrieb Trump weiter. „Ob Iran es zugeben will oder nicht - wir sprechen tatsächlich über eine Lösung für ein Problem, das sie seit Jahrzehnten verursacht haben.“ Er bezog sich damit auf das iranische Atomprogramm. Der Iran werde „niemals“ Nuklearwaffen haben, bekräftigte er.

Der Iran hatte zuvor Trumps Angaben zu einer neuen Gesprächsrunde bestritten. Ort und Teilnehmer der Verhandlungen nannte der US-Präsident nicht. Dennoch fielen die Ölpreise nach Trumps Worten deutlich, der Dax stieg auf ein Rekordhoch. (AFP)

Sechs Supertanker ändern wegen Huthi-Drohungen Kurs

Sechs unter saudischer Flagge fahrende Supertanker haben in den vergangenen Tagen nach Drohungen der jemenitischen Huthi-Miliz ihren Kurs im Golf von Aden geändert. Die unbeladenen Tanker befinden sich auf dem Rückweg aus Asien und steuern nun im Verband das südliche Afrika an, anstatt durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab zu fahren, wie aus Ortungsdaten von LSEG und MarineTraffic hervorgeht. Der saudiarabische Betreiber Bahri und Regierungsvertreter des Königreiches äußern sich zunächst nicht zu dem Vorgang. (Reuters)

Iran widerspricht Trump: Vorerst keine Verhandlungen geplant

Der Iran hat US-Präsident Donald Trump widersprochen und kurzfristigen Gesprächen zwischen den Kriegsparteien eine Absage erteilt. Die Führung in Teheran erklärte am Montag, derzeit gebe es keine Unterredungen mit den USA. Auch sei nicht geplant, in diesen Tagen Vertreter der Washingtoner Regierung zu empfangen oder selbst eine Delegation zu entsenden, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Wenige Stunden zuvor hatte Trump neue Angriffe auf den Iran in letzter Minute abgesagt und zur Begründung auf angeblich noch am Montag bevorstehende Verhandlungen verwiesen. Der US-Präsident hat sich in dem fünfmonatigen Krieg zuvor ähnlich verhalten. Dennoch reagierten die Aktien- und Ölmärkte auf neue Friedenshoffnungen.

Der Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte weiter, alle iranischen Unterhändler hielten sich derzeit in ihrer Heimat auf. Einzige Ausnahme sei Außenminister Abbas Aragtschi, der auf Pilgerreise im Irak sei. Einem hochrangigen iranischen Insider zufolge steht Aragtschi mindestens bis Ende der Woche nicht für Verhandlungen zur Verfügung. Außenministeriumssprecher Baghaei betonte auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, die einzigen derzeit laufenden Gespräche seien jene mit dem Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus. Vorübergehend sei eine Route im Gespräch, die aus einem einzigen Korridor mit Fahrrinnen für beide Richtungen bestehe. Dies habe allerdings nichts mit Gesprächen über eine allgemeine Öffnung der Meerenge zu tun. „Das ist eine separate Diskussion.“ Eine Einigung mit dem Oman reiche zudem nicht für eine vollständige Öffnung des Seeweges aus. Solange die „Aggression“ der USA andauere, werde sich an der Situation nichts ändern. Der Iran lehnt Verhandlungen mit den USA ab, seit eine im Juni geschlossene Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges Anfang Juli gescheitert war. (Reuters)

Trump kündigt für Montag neue Gespräche mit dem Iran an

US-Präsident Donald Trump hat nach der vorläufigen Absage weiterer Angriffe auf den Iran eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern der Islamischen Republik angekündigt. Die Verhandlungen sollten am Montag stattfinden, sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Flug von New Jersey nach Washington. Wo die Gespräche geführt werden sollen, ob sie auf mehrere Tage angelegt sind und wer genau daran beteiligt ist, ließ er offen.

Trump bekräftigte auch seine Darstellung, dass das US-Militär nur auf Bitten von Saudi-Arabien, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und des Irans quasi in letzter Minute von einer neuen Welle vernichtender Angriffe auf den Iran abgesehen habe. „Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden, und er wäre für sie verheerend gewesen“, sagte Trump. Abgeblasen habe er den Angriff nur, weil die Verbündeten ihm gesagt hätten, dass eine Einigung wohl kurz bevorstehe. Auch der Iran habe gesagt, er wolle einen „Deal“ schließen. Der Iran führt derzeit nach eigenen Angaben keine Verhandlungen mit den USA. Stattdessen spreche man mit dem Oman über eine vorübergehende Lösung für eine sichere Route durch die Straße von Hormus, sagt der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, Esmaeil Baghaei. Eine Einigung mit dem Nachbarland reiche jedoch nicht aus, um die Wasserstraße wieder zu öffnen. Solange die „Aggression“ der USA andauere, werde sich an der Situation nichts ändern, heißt es weiter. (dpa/Reuters)

Iran und Oman planen Rundkurs in der Straße von Hormus

Der Iran verhandelt nach Angaben von Außenamtssprecher Ismail Baghai mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Dabei gehe es um einen Rundkurs statt mehrerer separater Fahrrinnen, sagte Baghai nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Diese neue Schiffsroute könnte vorübergehend genutzt werden, bis es eine endgültige Regelung gebe.

Der Streit um die Durchfahrtsrechte auf einer internationalen Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel gilt als ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Nach dem vorgeschlagenen Modell fahren Tanker oder Frachtschiffe auf einer nördlichen Route durch iranische Hoheitsgewässer in die Straße von Hormus ein. Nachdem die Schiffe Häfen im Iran oder in arabischen Golfstaaten angelaufen haben, nutzen sie für die Rückfahrt eine südliche Route durch omanische Hoheitsgewässer.

Die Straße von Hormus misst an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 39 Kilometer. Da der Iran und Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht. Das UN-Seerechtsübereinkommen (Unclos) garantiert dort ein Recht auf Transitdurchfahrten und untersagt eine Blockade von Handelsschiffen. Der Iran akzeptiert diese Rechtslage nicht.

Die geplante neue Regelung schränkt eine freie Durchfahrt im Vergleich zur Zeit vor Beginn des Militärkonfliktes ein. Der Iran könnte beispielsweise kontrollieren, welche Schiffe aus welchen Ländern in die Straße von Hormus einfahren. Kriegsschiffen könnte unter anderem eine Passage verwehrt werden. Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Teheran sich mit dem Oman in Abstimmung mit den Anrainerstaaten über die künftige Verwaltung der Meerenge einigen soll. (dpa)

Israel meldet Bedenken gegen von Trump angekündigten Gaza-Plan an

Israel hat bei den USA Bedenken gegen den von Präsident Donald Trump verkündeten Plan zur Entwaffnung der Hamas geäußert. Die veröffentlichte Fassung spiegle die israelischen Positionen nicht wider, sagte Doron Spielman, Sprecher des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. „Israel hat der US-Seite seine Anmerkungen und Bedenken zu dem vorgeschlagenen Rahmen übermittelt“, sagte Spielman. Trump hatte am Freitag erklärt, Israel sei über die mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation erzielte Vereinbarung „sehr glücklich“ und habe die USA unterstützt.

Hamas-Vertreter hatten AFP mitgeteilt, dass eine Einigung „in der Frage der Waffen“ erzielt worden sei. Nach Trumps Darstellung soll die Hamas ihre Waffen schrittweise abgeben. Anschließend sollen sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollen dann die Verantwortung im Gazastreifen übernehmen. Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir hatte die Vereinbarung bereits am Freitag als „inakzeptabel“ bezeichnet. Die israelische Regierung hatte sich zunächst nicht offiziell dazu geäußert. (AFP)

Iran richtet zwei Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hin

Im Iran sind zwei Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Omid Behsad und Pouria Safvat seien am Montagmorgen gehängt worden, teilte das Justizportal Misan mit. Es handelt sich um die jüngsten in einer Reihe von Hinrichtungen wegen mutmaßlicher Spionage seit Beginn des Krieges mit Israel und den USA Ende Februar.

Nach Darstellung der iranischen Justiz hatten die Männer dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad Koordinaten sensibler militärischer Einrichtungen und Sicherheitsstandorte übermittelt. Sie seien wegen „Spionage und Zusammenarbeit mit dem zionistischen Regime“ verurteilt worden. Angaben zum Zeitpunkt ihrer Festnahme und zu ihrem Prozess machte Misan nicht. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens bezogen sich die Vorwürfe sowohl auf den derzeitigen Krieg als auch auf den zwölftägigen Krieg vom Juni 2025. Der aktuelle Krieg hatte am 28. Februar mit massiven Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen.

Menschenrechtsgruppen zufolge vollstreckt nur China mehr Todesurteile als der Iran. Nach Angaben von Iran Human Rights (IHR) und Gemeinsam gegen die Todesstrafe (ECPM) wurden im Jahr 2025 mindestens 1639 Menschen hingerichtet – so viele wie seit 1989 nicht mehr. Amnesty International hatte in der vergangenen Woche eine „Eskalation“ der Hinrichtungen beklagt. (AFP)