Die Vermittlerstaaten im Gaza-Konflikt – Katar, Ägypten und die Türkei – haben die jüngsten israelischen Angriffe im Gazastreifen in einer gemeinsamen Erklärung scharf verurteilt. Sie sprechen von „eklatanten Verstößen gegen internationales Recht und das humanitäre Völkerrecht“, die den Weg zur Deeskalation gefährdeten und das Leid der Zivilbevölkerung verschärften. Die Erklärung wurde in der Nacht veröffentlicht und richtet sich direkt an Israel.
Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und Infrastruktur
In dem gemeinsamen Statement kritisieren die drei Länder vor allem „gezielte Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und Infrastruktur sowie die Opfer unter der Zivilbevölkerung, darunter Frauen und Kinder“. Sie fordern Israel auf, seinen Verpflichtungen aus dem Völkerrecht nachzukommen und die Bedingungen des Waffenruheabkommens einzuhalten, um dessen Umsetzung nicht zu untergraben. Zudem verlangen die Vermittler einen umfassenden Schutz der Zivilbevölkerung, medizinischer Einrichtungen und von Helferinnen und Helfern. Auch die Lieferung humanitärer Hilfe und medizinischer Güter im gesamten Gazastreifen müsse gewährleistet sein.
Die israelische Armee hatte am Wochenende erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 15 Menschen getötet. Eine Rakete traf eine Wohnung in Gaza-Stadt, wobei ein Kind getötet wurde. Mediziner berichten, dass unter den Todesopfern auch zwei Ehepaare und zwei Kinder seien. Die israelische Armee bestätigte die Angriffe und erklärte, dabei seien ranghohe Kommandeure der Hamas getötet worden.
Waffenruhe brüchig – Entwaffnung der Hamas als Knackpunkt
Seit Oktober 2025 gilt im Gazakrieg formell eine Waffenruhe, dennoch kommt es immer wieder zu tödlichen Konfrontationen. Als zentraler Streitpunkt in den Friedensgesprächen gilt die im Plan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der Hamas, die von der Organisation bislang abgelehnt wird. Israel kontrolliert weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens.
Erst am Donnerstag hatte Trump erklärt, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen hätten einer Entwaffnung zugestimmt und die israelische Armee werde sich zurückziehen. Diese Ankündigung hatte Hoffnungen auf eine Wende im Konflikt geweckt, doch die Realität zeigt weiterhin Gewalt.
Hintergrund des Gaza-Kriegs
Der Gazakrieg wurde durch den Terroranschlag der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober 2023 ausgelöst, bei dem rund 1200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Seitdem hat der Konflikt Zehntausende Todesopfer gefordert und die humanitäre Lage im Gazastreifen katastrophal werden lassen.
Die internationale Gemeinschaft, darunter auch Deutschland, hatte wiederholt zur Zurückhaltung aufgerufen und eine Zweistaatenlösung als Ausweg aus dem Konflikt gefordert. Die jüngsten Angriffe zeigen jedoch, dass eine dauerhafte Deeskalation weiterhin in weiter Ferne liegt.



