Ukraine: Zehn Tote bei russischen Angriffen auf Sumy und Süden
Zehn Tote bei russischen Angriffen auf Sumy und Süden

Bei russischen Angriffen auf die nordukrainische Stadt Sumy und den Südosten der Ukraine sind am Freitag mindestens zehn Menschen getötet worden. In Sumy tötete eine russische Gleitbombe vier Menschen, darunter ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter, teilte Gouverneur Oleh Hryhorow mit. 27 weitere wurden verletzt. Im Südosten starben drei Menschen in der Region Dnipropetrowsk, zwei in der Stadt Saporischschja und ein weiterer in derselben Region. Die Ukraine griff ihrerseits russische Ölanlagen bei St. Petersburg an und meldete die Zerstörung einer Brücke auf der Krim.

Angriff auf Sumy: Gleitbombe trifft Wohnviertel

Der Angriff auf Sumy ereignete sich am Freitagabend. Die Gleitbombe schlug in einem belebten Viertel mit einem Hochhaus und Geschäften ein. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder der Zerstörung und forderte die Verbündeten auf, den Druck auf Russland zu erhöhen. In der Region Dnipropetrowsk starben bei über 50 Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Bomben drei Menschen, darunter zwei bei Nikopol, das am Dnipro gegenüber dem besetzten Atomkraftwerk Saporischschja liegt. In Saporischschja selbst töteten weitere Angriffe zwei Menschen und verletzten 21.

Ukraine attackiert russische Ölanlagen

Die Ukraine griff erneut Ölanlagen bei St. Petersburg mit Drohnen an. Gouverneur Alexander Drosdenko berichtete von 67 abgeschossenen Drohnen, ohne unabhängige Bestätigung. Im Hafen Wyssozk am Finnischen Meerbusen stürzten Drohnen ab; dort befindet sich ein großes Ölverladeterminal. Videos in Telegramkanälen deuten auf Treffer im Ölhafen von St. Petersburg hin. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf das Umland, nicht auf die Stadt, und gab an, landesweit seien 389 ukrainische Drohnen abgefangen worden.

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Stromausfälle auf der Krim

Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben auf der besetzten Krim großflächige Stromausfälle verursacht. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow teilte mit, mehr als zehn Bezirke seien ganz oder teilweise ohne Strom. „Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an“, sagte er. Die Lage sei schwierig. Zuvor hatte die Ukraine die Zerstörung einer Brücke im Gebiet Krasnogwardejsk gemeldet, um die Versorgung der Fronten zu erschweren. Auch Radaranlagen bei Sewastopol seien attackiert worden.

Putin feiert Eroberung von Kostjantyniwka

Kremlchef Wladimir Putin feierte die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk. Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger eingenommen worden, hieß es. Putin ordnete die Evakuierung verbliebener Zivilisten an. Von ukrainischer Seite gab es keinen Kommentar; der Generalstab sprach nur von schweren Kämpfen. Putin nähert sich damit dem Ziel, den Donbass vollständig unter russische Kontrolle zu bringen. Von den größeren Städten in Donezk bleiben nur Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka ukrainisch.

Selenskyj gibt Vorgaben für Rüstungsindustrie

Präsident Selenskyj legte bei einer Sitzung mit Militär, Regierung und Rüstungsindustrie die Marschrichtung für die nächsten Kriegsmonate fest. „Die Ukraine ist nun in der Lage, solche Mengen an hochtechnologischen Waffen zu produzieren, die die russischen Kapazitäten langfristig übertreffen können“, kommentierte er. Im Fokus stand die Steigerung der Produktion von Drohnen und Raketen. Kiew hat zuletzt mit neuen Waffen die russische Erdölindustrie und Rüstungsunternehmen getroffen.

Nato-Gipfel: Milliardenversprechen für Ukraine

Die Ukraine soll beim Nato-Gipfel in Ankara ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen erhalten. Die 32 Bündnisstaaten verständigten sich darauf in den abschließenden Beratungen über die Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Der Gipfel findet am 7. und 8. Juli statt. Polen kündigte an, sich bei den Zusagen zurückzuhalten; Ministerpräsident Donald Tusk betonte die besonderen Belastungen Polens beim Schutz der EU-Außengrenzen.

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Merz gelassen zu Trump-Kritik

Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte gelassen auf US-Präsident Donald Trumps Kritik, Deutschlands Nato-Beitrag sei „lächerlich“. „Deutschland verdoppelt seinen Verteidigungsetat innerhalb von vier Jahren“, sagte Merz und verwies auf das Ziel von fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung. „Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken.“ Trump hatte zuvor Druck auf die Verbündeten ausgeübt. Laut Nato-Jahresbericht lag Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei mit 88,8 Milliarden Euro.

Weitere Entwicklungen

Die EU verhängte Sanktionen gegen sechs Russen im Zusammenhang mit dem Tod von Alexej Nawalny. Sie sollen an der Entwicklung chemischer Waffen beteiligt gewesen sein. Litauen plant, den Weg für Nato-Atomwaffen im eigenen Land freizumachen; Merz nahm dies „mit Respekt“ zur Kenntnis. Russland will wegen Treibstoffknappheit Kerosin aus Japan importieren, wie Reuters erfuhr. Die ukrainischen Angriffe auf Energieinfrastruktur haben zu Engpässen geführt. Zudem meldete die Ukraine die Zerstörung von zwei russischen Luftwaffenstützpunkten auf der Krim.