Nach dem Tod zweier US-Soldaten durch iranischen Beschuss haben die USA in der achten Nacht in Folge Ziele in Iran bombardiert. Das US-Regionalkommando Centcom teilte mit, die Angriffe hätten unter anderem die iranischen Revolutionswächter bestrafen sollen, die in der vorherigen Nacht Angriffe auf amerikanische Soldaten in Jordanien verübt hätten. Getroffen worden seien militärische Küstenüberwachungs- und Flugabwehranlagen sowie Raketen- und Drohnenlagerstätten.
Iranische Nachrichtenagentur meldet Raketeneinschläge
Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am frühen Morgen Ortszeit, dass mindestens sechs Raketen in Gebieten am Rande der Insel Gheschm im Persischen Golf eingeschlagen seien. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht gemeldet. US-Beamte vermuten, dass Iran bei der Zielerfassung Unterstützung aus China oder Russland erhält, da die iranischen Raketen mit extrem hoher Geschwindigkeit fliegen und während ihres Sturzflugs manövrieren könnten, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Beamte berichtete.
16 US-Soldaten im Irankrieg gefallen
Die beiden Soldaten kamen am Freitag in Jordanien ums Leben, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten. Ein weiterer Soldat wird noch vermisst. Damit steigt die offiziell bekannte Zahl der im Krieg gegen Iran gefallenen US-Soldaten auf 16. Es ist das erste Mal seit Beginn des Irankriegs am 28. Februar, dass das US-Militär Tote durch iranischen Beschuss meldete.
Trump: Tod der Soldaten sei "sehr traurige Sache"
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Tod der US-Soldaten laut dem US-Sender NewsNation als "eine sehr traurige Sache". "Wir sehen das ungern", sagte er und bekräftigte, Iran dürfe keine Atomwaffen haben. Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi hatte zuvor mitgeteilt, man habe das Mitte Juni mit den USA vereinbarte Rahmenabkommen ausgesetzt und fühle sich nicht mehr daran gebunden. Trump sagte dazu, das sei ihm "völlig egal".
Rahmenabkommen ausgesetzt – Straße von Hormus betroffen
Das Abkommen von Mitte Juni sah vor, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal zur Beendigung des Krieges auszuhandeln und die Straße von Hormus zu öffnen. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump jedoch kürzlich für beendet erklärte. Trump steht innenpolitisch wegen seiner Entscheidung für den Irankrieg zunehmend unter Druck.
Mindestens 50 Tote in Iran bei US-Angriffen
Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums starben seit der neuen Eskalation mit den USA mindestens 50 Menschen, mehr als 500 weitere wurden verletzt. Die Regierung in Teheran berichtet in der Regel nur über zivile Opfer; über Verluste unter den eigenen Streitkräften gibt es keine offiziellen Daten. Beide Seiten schwören Rache, die Eskalationsspirale dreht sich weiter.



