Die US-Streitkräfte haben am Dienstag erneute Luftangriffe gegen Ziele im Iran geflogen. Wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte, richteten sich die Schläge gegen militärische Einrichtungen der iranischen Revolutionsgarden. Im Gegenzug startete auch Teheran Attacken in der Region, die nach Angaben des iranischen Außenministeriums „vergeltenden Charakter“ hatten.
Trump lenkt bei Gebühren für Schiffseskorte ein
US-Präsident Donald Trump rückte unterdessen von seiner angekündigten Forderung ab, für die Sicherung von Handelsschiffen in der Straße von Hormus Gebühren zu erheben. „Wir werden keine Zahlungen von unseren Verbündeten verlangen“, sagte Trump überraschend vor Journalisten im Weißen Haus. Zuvor hatte er mehrfach gedroht, die USA würden den Schutz nur gegen Bezahlung gewährleisten.
Die Kehrtwende kommt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen in der Golfregion. Die USA hatten ihre militärische Präsenz in den letzten Wochen massiv ausgebaut. Analysten sehen darin eine Reaktion auf iranische Drohungen, die strategisch wichtige Wasserstraße zu blockieren.
Iranische Vergeltungsschläge gemeldet
Die iranischen Streitkräfte feuerten nach eigenen Angaben Raketen auf US-Stellungen im Irak und in Saudi-Arabien. „Unsere Antwort auf die Aggression ist entschlossen und zielgerichtet“, erklärte ein Sprecher der Revolutionsgarden. Über Schäden oder Opfer lagen zunächst keine offiziellen Angaben vor.
Die Europäische Union rief beide Seiten zur Deeskalation auf. „Eine weitere Eskalation würde die gesamte Region destabilisieren“, warnte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in einer Stellungnahme. Die USA und der Iran liefern sich seit Monaten einen Schattenkrieg, der immer wieder in direkte Konfrontationen umschlägt.
Auswirkungen auf die globale Schifffahrt
Die Straße von Hormus gilt als Nadelöhr für den globalen Öltransport. Rund 20 Prozent des weltweiten Erdöls passieren die Meerenge. Bereits jetzt verzeichnen Reedereien steigende Versicherungsprämien für Tanker, die die Region durchqueren. Der Ölpreis reagierte mit einem Anstieg von über drei Prozent auf die jüngsten Angriffe.
Experten warnen vor einer langfristigen Beeinträchtigung der Lieferketten. „Sollten die Angriffe anhalten, könnte dies zu Versorgungsengpässen führen“, sagte der Energieökonom Thomas O’Donnell von der Hertie School in Berlin.



