Die USA haben angesichts des anhaltenden Iran-Konflikts die Verlegung weiterer Militärkapazitäten in den Nahen Osten bestätigt. US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, erklärte in der Sendung „Face the Nation“ von CBS News, zusätzliche Kampf- und Tankflugzeuge würden in die Region verlegt. Genauere Angaben machte er nicht. US-Medien hatten bereits zuvor über die Verlegung berichtet.
Pause bei US-Angriffen – Iran stellt Vergeltung ein
Nach einer Serie von 13 aufeinanderfolgenden Angriffsnächten meldete das US-Militär für die vergangenen beiden Nächte keine weiteren Luftschläge gegen den Iran. Waltz sagte, dies gebe der Diplomatie etwas Raum. Auch der Iran erklärte nach eigenen Angaben, seine Attacken auf Ziele in der Region gestoppt zu haben. „Da unsere Strategie im Wesentlichen auf Vergeltung beruhte, haben auch wir unsere Vergeltungsmaßnahmen gestoppt“, sagte Armeesprecher Mohammed Akraminia. Die USA befänden sich in einer „schwierigen und instabilen“ Lage und suchten wahrscheinlich nach einer neuen Strategie.
Öltanker-Explosion in der Straße von Hormus
In der strategisch wichtigen Straße von Hormus ist nach iranischen Medienberichten ein Öltanker explodiert. Die dem Militär nahestehenden Nachrichtenagenturen Defapress und Tasnim berichteten, der Tanker sei von einer vorgeschriebenen Route abgewichen und auf eine Seemine aufgelaufen. Das Schiff habe zuvor sein Radarsystem ausgeschaltet. Die Straße von Hormus ist eine Schlüsselader des weltweiten Energiehandels; der Iran beansprucht die Kontrolle über die Meerenge.
Iranische Revolutionsgarden stoppen Handelsschiffe
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert. Sie setzten die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet durch – etwa zwei Drittel der Fläche Deutschlands. Kein Schiff könne passieren, ohne die iranischen Vorschriften einzuhalten, hieß es. Versuche des US-Militärs, den Kurs zu ändern, würden mit Warnschüssen beantwortet.
Iran droht mit Ausweitung des Konflikts
Irans Armeesprecher Amir Akraminia drohte mit einer Ausdehnung des Kriegsgebiets, falls die USA ihre Luftangriffe fortsetzen sollten. Unter Verweis auf Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer sagte er, entsprechende Warnungen hätten sich bereits bewahrheitet. Das Kriegsgebiet reiche bereits von Jordanien bis zu den Anrainerstaaten des Persischen Golfs. Das iranische Militär sei auf verschiedene Szenarien vorbereitet, darunter eine großangelegte US-Luftoperation oder eine Bodenoffensive.
Netanjahu: Iranisches Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht das iranische Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen. Ein großer Teil der Anlagen sei zerstört, sagte er dem US-Sender Fox News. „Das bedeutet nicht, dass sie nicht versuchen können, das wieder aufzubauen, aber wir haben sie um mehrere Jahre zurückgeworfen.“ Zudem habe man in den gemeinsamen Angriffen mit den USA 20 iranische Atomwissenschaftler ausgeschaltet. Israel hatte im Juni 2025 zwölf Tage Krieg gegen den Iran geführt und mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert.
Katar: Schiffsverkehr wieder normal – Iran und Oman verhandeln
Der Schiffsverkehr im Golfstaat Katar läuft nach einer vorübergehenden Aussetzung wegen iranischer Angriffe wieder normal. Fahrten für alle Schiffstypen seien ab sofort wieder regulär möglich, teilte das katarische Transportministerium mit. Zuvor hatte Katar zu einer vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Indessen führten Vertreter des Iran und des Oman am Wochenende in Teheran Gespräche über die Straße von Hormus. Das iranische Außenministerium bezeichnete die Gespräche als produktiv; die Konsultationen dauerten an.
Verteidigungsabkommen Kuwait-Pakistan in Kraft
Zwischen Kuwait und Pakistan ist ein Abkommen zur Verteidigungszusammenarbeit in Kraft getreten. Es umfasst unter anderem Militärübungen sowie den Austausch von Technologie und Geheimdienstinformationen. Pakistan, das Atomwaffen besitzt, hat gute Beziehungen zu den Golfstaaten und zum Iran und tritt im laufenden Krieg als Vermittler auf. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte Pakistan ein ähnliches Abkommen mit Saudi-Arabien geschlossen.
Ukraine-Konflikt: Iran protestiert gegen Angriff im Kaspischen Meer
Die iranische Regierung hat gegen einen mutmaßlichen ukrainischen Angriff auf ein Frachtschiff im Kaspischen Meer protestiert, bei dem ein Matrose getötet und ein weiterer verletzt wurde. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den Angriff zuvor eingeräumt und erklärt, dass Drohnen Schiffe getroffen hätten, die militärische Güter geladen hatten und Bezug zum Iran aufwiesen. Selenskyj verwies zudem auf eine verstärkte militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran.
Weitere Entwicklungen: Hamas-Polizeichef getötet, Huthi-Angriffe auf Saudi-Aramco
Die israelische Armee hat nach palästinensischen Angaben den Polizeichef der Hamas im nördlichen Gazastreifen, Abdel-Nasser Al-Makadma, bei einem Angriff getötet. Makadma war auch als Gouverneur des nördlichen Gazastreifens bekannt. Im Jemen erklärten die mit dem Iran verbündeten Huthi, sie hätten Anlagen des Erdölförderers Saudi Aramco in Dschisan und Janbu angegriffen. Eine offizielle Bestätigung aus Saudi-Arabien liegt nicht vor.



