Bei der Explosion eines selbstgebauten Sprengsatzes in einem Moskauer Ausgehviertel sind am Samstagabend nach offiziellen Angaben des nationalen Anti-Terror-Komitees drei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte gegen 20.00 Uhr Ortszeit in unmittelbarer Nähe eines Restaurants, in dem offenbar eine private Veranstaltung stattfand.
Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Mehrere Nachrichtenkanäle auf Telegram berichteten am Tag danach übereinstimmend, dass die Zahl der Todesopfer auf fünf gestiegen sei. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Die Behörden hielten an der ursprünglichen Zahl von drei Toten und 21 Verletzten fest.
Die Todesopfer der Explosion
Bei den drei bestätigten Toten handelt es sich nach Angaben des nationalen Anti-Terror-Komitees um eine Frau, die verdächtigt wird, den Sprengsatz zu dem Restaurant gebracht zu haben. Außerdem wurden ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und ein Gast getötet. Der Sicherheitsmitarbeiter hatte die Verdächtige den Angaben zufolge nicht ins Lokal gelassen. Der Gast befand sich zum Zeitpunkt der Explosion in dem Restaurant.
Über die Identität der weiteren möglichen Opfer wurde bislang nichts mitgeteilt, da die offiziellen Stellen noch keine neuen Zahlen genannt haben. Die russische Tageszeitung „Kommersant“ berichtete unter Berufung auf eigene Quellen, dass die Explosion gezielt den Teilnehmern einer privaten Veranstaltung in dem Restaurant gegolten haben könnte. Die Ermittlungsbehörden gehen demnach wegen des Vorwurfs eines Terroranschlags gegen unbekannte Täter vor.
Ermittlungen des Anti-Terror-Komitees
Das Anti-Terror-Komitee, das dem Inlandsgeheimdienst FSB unterstellt ist, hat die Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen. Die Behörde bestätigte, dass es sich um einen selbstgebauten Sprengsatz handelte, nannte aber zunächst keine weiteren Details zur Bauweise oder zur Zündung. Auch ein mögliches Motiv der Täter wurde nicht genannt. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.
Der Ort der Explosion liegt in einem Viertel, das für sein Nachtleben und seine Gastronomie bekannt ist. Zum Zeitpunkt der Detonation waren dort zahlreiche Menschen unterwegs. Die 21 Verletzten wurden nach Angaben der Behörden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Über die Schwere ihrer Verletzungen liegen keine offiziellen Informationen vor.
Widersprüche bei der Opferzahl
Die Berichte über fünf Todesopfer stammen von mehreren Nachrichtenkanälen auf Telegram, die sich auf Informationen aus Sicherheitskreisen berufen sollen. Eine offizielle Bestätigung steht jedoch aus. Unklar ist auch, ob sich die Zahl der Verletzten verändert hat. Die Behörden haben bislang keine korrigierten Angaben veröffentlicht.
Die Zeitung „Kommersant“ hatte unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, dass die Ermittler den Vorfall als Terroranschlag behandeln. Diese Einordnung wurde offiziell nicht bestätigt, gilt aber als naheliegend, da das Anti-Terror-Komitee eingeschaltet ist. Die Ermittler prüfen den Angaben zufolge, ob die private Veranstaltung das eigentliche Ziel war.
Zeugen und Spurensicherung
Das Gebiet um das Restaurant wurde nach der Explosion weiträumig abgesperrt. Einsatzkräfte der Polizei und Spezialisten für Entschärfung von Sprengstoffen waren vor Ort. Zeugen wurden vernommen, um den genauen Ablauf zu rekonstruieren. Die Behörden haben jedoch bislang keine Angaben dazu gemacht, wie der Sprengsatz gezündet wurde.
Der Vorfall ereignete sich in der russischen Hauptstadt, in der es in der Vergangenheit immer wieder zu Sicherheitsvorfällen gekommen ist. Die zuständigen Behörden reagieren auf solche Lagen in der Regel mit erhöhter Wachsamkeit. Ob dies auch diesmal der Fall ist, wurde offiziell nicht mitgeteilt. Die Ermittlungen dauern an.
Bis zum Abschluss der Untersuchung werden keine weiteren Details zu den Opfern oder möglichen Tätern erwartet. Die offiziellen Stellen haben angekündigt, über neue Erkenntnisse zu informieren, sobald sie vorliegen. Zunächst bleibt die Lage unklar, insbesondere die tatsächliche Zahl der Todesopfer ist noch nicht abschließend geklärt.



