Trump attackiert Bundesanwältin nach Stopp der Pool-Ermittlungen
Trump attackiert Bundesanwältin nach Pool-Ermittlungen

US-Präsident Donald Trump hat die von ihm eingesetzte Bundesanwältin Jeanine Pirro scharf attackiert, nachdem diese die Ermittlungen zu den Schäden am Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial in Washington eingestellt hatte. „Ich bin vollkommen anderer Meinung als Jeanine Pirro (...) – Ich weiß nicht, was ihr durch den Kopf gegangen ist!“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Die Staatsanwaltschaft des Hauptstadtbezirks District of Columbia hatte am Freitag, den 31. Juli 2026, das Verfahren gegen den früheren US-Olympiateilnehmer David Hearn eingestellt. Hearn war ursprünglich vorgeworfen worden, das berühmte Wasserbecken mutwillig beschädigt zu haben. Neue Erkenntnisse zeigten jedoch, dass die Schäden auf eine „fehlerhafte Installation und nicht Vandalismus“ zurückzuführen seien, wie Bundesanwältin Pirro erklärte.

Wasserschaden am Lincoln Memorial: Eine Chronologie

Der Reflecting Pool zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der US-Hauptstadt. Das langgestreckte Wasserbecken erstreckt sich zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument und ist ein zentrales Element der National Mall. Nach einer aufwändigen Restaurierung, die unter der Aufsicht von Donald Trump durchgeführt wurde, breiteten sich jedoch binnen weniger Wochen Algen im Wasser aus. Die Behörden sahen zunächst einen Zusammenhang mit Vandalismus und nahmen David Hearn fest.

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Doch die Ermittler kamen nach Auswertung der Unterlagen zu einem anderen Schluss. Die Schäden seien auf eine „fehlerhafte Installation“ zurückzuführen, hieß es. Die Abdichtung des Beckens hatte sich offenbar gelöst, wodurch Algen eindringen und sich rasch ausbreiten konnten. Bundesanwältin Pirro erklärte, diese neuen Erkenntnisse „untergraben die Beweisgrundlage für die Anklage“. Das Innenministerium, das ursprünglich von Vandalismus ausgegangen war, korrigierte seine Einschätzung.

Trump beharrt auf Vandalismus-Theorie

Donald Trump will sich mit dieser Version nicht abfinden. Auf Truth Social bekräftigte er seine These, dass Vandalen für den Hauptschaden verantwortlich seien. „Vielleicht gab es Probleme mit dem Bauunternehmer, aber der Hauptschaden wurde von Vandalen verursacht!“, schrieb der Präsident. Damit räumte er zumindest indirekt ein, dass es bei der Renovierung Probleme gegeben haben könnte, bestand aber auf einer vorsätzlichen Zerstörung.

Zur Untermauerung seiner Darstellung veröffentlichte Trump ein Video, das Messerspuren zeigen soll. In dem rund 50 Sekunden langen Clip ist allerdings nichts zu erkennen, was eindeutig auf solche Spuren schließen lässt. Stattdessen zeigt er einen Zeitvergleich des Pools: Während das Becken nach der Restaurierung zunächst sauber und blau erschien, ist es später von einer grünen Algenschicht bedeckt. Die Bildunterschrift spottet über das „Prunk-Spiegel“, das der „grünen Suppe“ gewichen sei.

Wer ist Jeanine Pirro?

Jeanine Pirro ist eine US-amerikanische Juristin und rechtskonservative TV-Persönlichkeit. Sie wurde im Mai 2025 von Trump für das Amt der Bundesstaatsanwältin des District of Columbia nominiert und im August 2025 vom Senat bestätigt. In dieser Funktion ist sie für alle Bundesanklagen in der Hauptstadt zuständig. Ihre Entscheidung, das Verfahren gegen David Hearn einzustellen, dürfte sie in einen direkten Konflikt mit dem Präsidenten gebracht haben, der sie einst eingesetzt hat.

Pirro selbst begründete die Einstellung mit der dürftigen Beweislage. Die vorliegenden Unterlagen zeigten klar, dass die Schäden auf einen Pfusch bei den Renovierungsarbeiten zurückgehen. Damit widersprach sie der ursprünglichen Einschätzung des Innenministeriums, das von mutwilliger Zerstörung ausgegangen war.

Politische Sprengkraft

Der Streit um die Ursache der Schäden am Reflecting Pool hat eine politische Dimension. Trump hatte die Restaurierung des Beckens als eines seiner Projekte präsentiert. Die nun bekannt gewordenen Baumängel werfen daher nicht nur Fragen zur Qualität der Arbeit auf, sondern auch zur Verantwortung des Präsidenten. Kritiker sehen in Trumps Festhalten an der Vandalismus-These den Versuch, von eigenen Fehlern abzulenken.

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Für David Hearn bedeutet die Einstellung des Verfahrens eine Entlastung nach monatelanger Unsicherheit. Der frühere Olympiateilnehmer war ins Visier der Ermittler geraten, obwohl es offenbar keine ausreichenden Beweise für seine Schuld gab. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass die Beweislage nicht für eine Anklage ausreichte. Ob weitere Untersuchungen zu den Baumängeln eingeleitet werden und ob eine erneute Renovierung des Reflecting Pools erforderlich ist, bleibt vorerst offen.