In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie könnten in diesem und im nächsten Jahr bis zu 40.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Das teilten die Arbeitgeberverbände bayme und vbm mit. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärte, dass für dieses Jahr der Abbau von 20.000 Stellen erwartet werde, und im nächsten Jahr könnte sich das in ähnlicher Größenordnung fortsetzen. Die Branche leidet unter einer anhaltenden Krise, die sich in sinkender Produktion und negativen Geschäftserwartungen äußert.
Produktion der bayerischen Industrie schrumpft
Das Landesamt für Statistik meldete, dass die Produktion der bayerischen Industrie insgesamt in diesem Jahr bislang geschrumpft ist. Besonders betroffen sind die Automobilindustrie mit einem Minus von zehn Prozent und der Maschinenbau mit einem Rückgang von über neun Prozent in den ersten fünf Monaten. Brossardt betonte, dass die Unternehmen in den letzten acht Jahren 15 Prozent ihrer Produktion verloren haben.
Arbeitgeberverbände sehen düstere Aussichten
„Die wirtschaftliche Lage in der bayerischen M+E-Branche bleibt schlecht“, sagte Brossardt. Die halbjährliche Konjunkturumfrage zeige, dass die Mitgliedsunternehmen sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten im In- und Ausland negativ bewerten. Neue Mitarbeiter würden im Saldo nur noch im Ausland eingestellt, während die Inlandsbeschäftigung sinke. Ende 2023 waren noch über 870.000 Menschen in der Branche beschäftigt; bis Ende dieses Jahres könnte die Zahl auf 825.000 fallen. Bereits 2025 wurden 20.000 Jobs abgebaut.
IHK-Umfrage bestätigt Negativtrend
Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) veröffentlichte zeitgleich eine pessimistische Firmenumfrage zum bayerischen Arbeitsmarkt. Über alle Branchen hinweg wollen 24 Prozent der Betriebe Personal abbauen, während nur elf Prozent ihre Belegschaft vergrößern. In der Industrie plant sogar jedes dritte Unternehmen Stellenstreichungen. Als Hauptgrund nannten die Unternehmen hohe Arbeitskosten. BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl warnte: „Der bayerische Arbeitsmarkt wirkt robuster, als er tatsächlich ist.“
Ursachen der Krise
Ökonomen führen die Krise auf mehrere Faktoren zurück: hohe Kosten in Deutschland, die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, das Erstarken der chinesischen Konkurrenz sowie die Kriege und Krisen der vergangenen Jahre. Die Metall- und Elektroindustrie umfasst unter anderem Autohersteller, Zulieferer, Maschinenbau, Elektroindustrie und Rüstungsfirmen.
Tarifrunde mit der IG Metall steht bevor
Nach den Sommerferien beginnt die nächste Tarifrunde zwischen den Arbeitgebern und der IG Metall. Brossardt rechnet mit schwierigen Verhandlungen, betonte jedoch den Einigungswillen der Arbeitgeber. Die Branche steht vor großen Herausforderungen, um die Beschäftigung zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.



