Berlin: Rekordinvestitionen von 1,4 Milliarden Euro, aber KI kostet Jobs
Berlin: 1,4 Mrd. Euro Investitionen, KI kostet Jobs

Berlin hat im ersten Halbjahr 2026 Investitionen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro angezogen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Dies teilte die Wirtschaftsförderung Berlin Partner mit. Die Summe resultiert vor allem aus Standorterweiterungen bereits ansässiger Konzerne wie Google, ASML und Mercedes.

Weniger Neuansiedlungen, aber mehr Kapital

Gleichzeitig gab es 43 Neuansiedlungen – etwas weniger als im ersten Halbjahr 2025. Die Hälfte davon waren deutsche Unternehmen, sechs kamen aus den USA, vier aus China und drei aus der Türkei. Mit diesen Projekten seien fast 3.000 neue Arbeitsplätze verbunden gewesen, so Berlin Partner.

Bei der Start-up-Entwicklung bleibe die Hauptstadt der wichtigste Standort in Deutschland. Rund 430 Neugründungen habe es im ersten Halbjahr gegeben, ein gutes Fünftel mehr als im zweiten Halbjahr des Vorjahres. Das Ökosystem habe einen Gesamtwert von 169 Milliarden Euro, umfasse rund 1.600 durch Risikokapitalgeber finanzierte Start-ups und beherberge 32 Unicorns – Unternehmen mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde Euro.

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KI und Automatisierung: Jobverlust in anderen Branchen

Die Rekordinvestitionen flossen vor allem in Digitalthemen wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung. Diese Entwicklungen hätten in anderen Branchen zu einem spürbaren Verlust von Arbeitsplätzen geführt. „Aufgaben wie Logistik, Buchhaltung, Personalwesen, Kundenservice oder IT-Dienstleistungen lassen sich immer mehr und immer leichter durch KI ersetzen oder sie werden ins Ausland verlagert“, teilte die Wirtschaftsförderung mit.

Ein prominentes Beispiel sei die Dienstleistungssparte von BASF. Der Chemiekonzern will seinen Standort in der Hauptstadt verkleinern und Stellen an einen neu geplanten globalen Hub in Indien verlagern. Den Plänen zufolge sollen die Geschäftsbereiche Finanzen, Personal und globale Geschäftsdienstleistungen dorthin abwandern.

Neue Aufgaben für die Wirtschaftsförderung

Für die Wirtschaftsförderer entstünden dadurch neue Aufgaben, so Berlin Partner weiter. Man setze zunehmend darauf, „Unternehmen bei der Transformation zu begleiten, ihnen zu helfen, andere Märkte und Branchen zu erschließen und mit dem Talent Service die Sicherung und Vermittlung von Arbeitsplätzen zu ermöglichen“. Die Hauptstadt stehe vor der Herausforderung, die positiven Effekte der Investitionen mit den negativen Folgen der Digitalisierung in Einklang zu bringen.

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