Die Zukunft mehrerer Galeria-Filialen in Berlin ist ungewiss. Die Warenhauskette plant eine erneute Verkleinerung ihres Filialnetzes, und auch in der Hauptstadt müssen Standorte um ihr Fortbestehen sowie Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze bangen. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat den betroffenen Häusern nun Unterstützung zugesichert. „Ich stehe dazu im engen Austausch mit der Geschäftsführung von Galeria“, schrieb Giffey auf Instagram. Zuvor hatte sie sich gegenüber dem RBB und der „Berliner Morgenpost“ geäußert.
Giffey sieht Chancen in der neuen Strategie
Die Senatorin bewertet die neue Strategie der Kette als Möglichkeit, die Häuser zukunftsfähig zu machen. Es gehe darum, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Standorte zu sichern. „Klar ist aber auch: ohne Veränderungen an den Rahmenbedingungen vor Ort wird es nicht gehen“, so Giffey. Der Senat will gemeinsam mit den betroffenen Bezirken für den Erhalt der bedrohten Standorte kämpfen.
Ungewisse Zukunft für Galeria am Alexanderplatz
Besonders prekär ist die Lage des Warenhauses am Alexanderplatz. Die Eigentümergesellschaft Commerz Real strebt an, dort die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) unterzubringen. Eine endgültige Einigung mit dem Berliner Senat steht jedoch noch aus. Laut RBB bereitet sich der Eigentümer auf das Scheitern der Verhandlungen vor. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte: „Wir beabsichtigen, die Pläne noch vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus vorzulegen.“ Die Wahl in Berlin findet am 20. September statt.
33 Filialen bundesweit auf dem Prüfstand
Nach Angaben des Unternehmens werden bundesweit 33 Galeria-Filialen auf ihre Rentabilität geprüft. Sollten keine tragfähigen Lösungen mit den Vermietern zu Mietkonditionen und Flächenanpassungen gefunden werden, droht die Schließung. Bei einigen Häusern laufen die Gespräche bereits, bei anderen sollen sie jetzt beginnen.
Neuer Millionenkredit für Galeria
Die angeschlagene Kette erhielt kürzlich eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Die Kreditlinie ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Bereits im Juni wurden rund 30 der 83 Filialen als gefährdet eingestuft. Der Konzern beschäftigt etwa 12.000 Menschen und hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet, unter anderem wegen der finanziellen Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.



