IW-Studie: 1,1 Millionen Babyboomer vorzeitig in Rente
IW-Studie: 1,1 Mio. Babyboomer vorzeitig in Rente

Frührenten bei Babyboomern auf Rekordniveau

Die Zahl der Babyboomer, die vorzeitig in Rente gehen, steigt weiter an. Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bezogen im Jahr 2024 rund 1,1 Millionen Babyboomer eine vorzeitige Altersrente. Das sind 200.000 mehr als im Vorjahr. Insgesamt stieg die Zahl der Babyboomer in Altersrente auf etwa sechs Millionen, während die Gesamtzahl der Babyboomer bei 19,3 Millionen liegt. Die Studie, die der dpa vorliegt, zeigt einen klaren Trend: Immer mehr Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge nutzen die Möglichkeit des vorzeitigen Renteneintritts.

Lücke zwischen Regelaltersgrenze und tatsächlichem Renteneintritt

Das IW weist darauf hin, dass die Regelaltersgrenze bis 2031 von 65 auf 67 Jahre angehoben wird. 2024 lag sie bei 66 Jahren – zwölf Monate höher als zu Beginn der Anhebung im Jahr 2012. Doch das durchschnittliche Zugangsalter in die Rente stieg im selben Zeitraum nur um acht Monate. „Die Frührenten laufen dem ursprünglichen Ziel der Politik entgegen, mit der Anhebung der Regelaltersgrenze die Lebensarbeitszeit zu verlängern“, so die IW-Expertinnen. Als Hauptgrund für die Lücke nennen sie die bestehenden Möglichkeiten des vorzeitigen Renteneintritts.

Empfehlungen der Rentenkommission

Das IW lobt die Vorschläge der Rentenkommission der Bundesregierung, insbesondere die Streichung der abschlagsfreien vorzeitigen Rente. Diese Maßnahme sei „zentral, um das durchschnittliche Rentenzugangsalter zu erhöhen“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) haben angekündigt, die Kommissionsempfehlungen umzusetzen. Allerdings drohen Gewerkschaften mit Widerstand. Das IW mahnt: „Wichtig ist, die Elemente zeitnah umzusetzen, um möglichst viele Babyboomer länger im Arbeitsmarkt zu halten und zu verhindern, dass die Wirkung durch Ausnahmen wieder abgeschwächt wird.“

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Ausblick und Reformbedarf

Die Forscherinnen des IW gehen davon aus, dass die Zahl der Frührentner weiter steigen wird, wenn die Politik nicht eingreift. Der Trend zur Frührente könnte die Arbeitsmarktentwicklung belasten, da viele Babyboomer dem Arbeitsmarkt vorzeitig verloren gehen. Die geplanten Reformen zielen darauf ab, das tatsächliche Renteneintrittsalter näher an die Regelaltersgrenze zu bringen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von der politischen Umsetzung und der Akzeptanz in der Bevölkerung ab.

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