Pflege im Heim in NRW: Eigenanteil steigt auf 3.671 Euro
Pflege im Heim in NRW: Eigenanteil steigt auf 3.671 Euro

Die finanzielle Belastung für Pflegeheimbewohner in Nordrhein-Westfalen hat erneut zugenommen. Wie der Verband der Ersatzkassen mitteilte, lag der durchschnittliche Eigenanteil für das erste Jahr im Heim zum 1. Juli bei 3.671 Euro pro Monat. Das sind 244 Euro mehr als im Vorjahr. Damit belegt NRW im Ländervergleich den dritthöchsten Platz – nur Bremen und das Saarland sind teurer. Der Bundesdurchschnitt beträgt 3.364 Euro, ein Anstieg um rund 256 Euro.

Woraus setzt sich der Eigenanteil zusammen?

Der aus eigener Tasche zu zahlende Betrag umfasst mehrere Komponenten: den Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung, da die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten übernimmt, sowie Zahlungen für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen und Umlagen für Ausbildungskosten. Die Pflegeversicherung ist als Teilleistungsversicherung konzipiert, sodass die Versicherten einen erheblichen Teil selbst tragen müssen.

Entlastung bei längerem Aufenthalt

Die Zuzahlungen sinken mit der Dauer des Heimaufenthalts. Je länger jemand im Pflegeheim lebt, desto höher fallen die Zuschüsse für den Pflege-Eigenanteil aus. In NRW reduziert sich der Eigenanteil im zweiten Jahr auf 3.373 Euro, im dritten Jahr auf 2.977 Euro und ab dem vierten Jahr auf 2.481 Euro. Diese Staffelung soll die langfristige finanzielle Belastung für die Betroffenen abmildern.

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Geplante Reform der Pflegeversicherung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant eine Reform zur Stabilisierung der Pflegeversicherung. Ein umstrittener Punkt ist die Verlängerung der Fristen für die gestaffelten Zuschläge: Statt wie bisher nach 12 Monaten sollen die höheren Zuschläge erst nach 18 Monaten greifen. Dies würde bedeuten, dass Heimbewohner länger auf finanzielle Entlastung warten müssten. Die Reform zielt darauf ab, die Finanzierung der Pflegeversicherung nachhaltig zu sichern.

Ursache: Gestiegene Personalkosten

„Die Pflegekosten steigen ungebremst, und bei einer Teilleistungsversicherung wie der Pflegeversicherung geht das zulasten der Betroffenen“, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbands. Besonders die gestiegenen Personalkosten für Pflegekräfte schlügen zu Buche. Die Gehälter seien in den vergangenen Jahren stark angehoben worden und lägen nun über dem Branchendurchschnitt. „Es gab Nachholbedarf, und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden“, so Elsner. „Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt.“ Die geplante Pflegereform müsse eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile erreichen, forderte sie.

Datenbasis und Beteiligte

Die Auswertung basiert auf den Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Bundesländern. Der Verband der Ersatzkassen vertritt unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit. Die Daten zeigen einen klaren Trend: Die Eigenanteile steigen kontinuierlich, was die finanzielle Situation vieler Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen zunehmend verschärft.

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