Rente mit 40: So starten Sie jetzt mit wenig Geld
Rente mit 40: So starten Sie jetzt mit wenig Geld

Viele Menschen in Deutschland schieben das Thema Altersvorsorge vor sich her – und mit 40 Jahren stellt sich oft die Frage: Ist es noch sinnvoll, jetzt mit der Rentenplanung zu beginnen? Finanzexpertin Carola Ferstl gibt im BILD-Finanz-Talk „Money Mittwoch“ eine klare Antwort: Ja, es ist noch nicht zu spät, und mit monatlichen Beträgen ab 100 Euro lässt sich ein beachtliches Vermögen aufbauen.

Warum der Start mit 40 noch lukrativ ist

Carola Ferstl betont, dass das wichtigste Kapital die verbleibende Zeit bis zum Renteneintritt ist. Auch wenn der Zinseszinseffekt bei einem Start mit 20 Jahren stärker wirkt, können Anleger mit 40 noch rund 25 bis 30 Jahre Anlagehorizont nutzen. „Selbst mit kleinen Beträgen lässt sich durch regelmäßiges Sparen und die Wahl der richtigen Anlageform ein ordentlicher Rentenbaustein zusammenbekommen“, so die Expertin.

Ein Beispiel: Wer ab 40 Jahren monatlich 100 Euro in einen breit gestreuten Aktien-ETF (Exchange Traded Fund) investiert, kann bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 6 Prozent bis zum 67. Lebensjahr ein Kapital von über 100.000 Euro ansammeln. Diese Rechnung zeigt, dass selbst ein später Start noch beachtliche Ergebnisse liefern kann.

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Die richtige Strategie für Einsteiger

Ferstl rät Anfängern, auf kostengünstige Indexfonds oder ETFs zu setzen, da diese eine breite Marktstreuung bieten und das Risiko einzelner Aktien reduzieren. Ein weiterer Tipp: Die Wahl eines Sparplans, der automatisch monatlich einen festen Betrag investiert. So wird das Sparen zur Gewohnheit und der Anleger profitiert vom Cost-Average-Effekt, bei dem in schwachen Phasen mehr Anteile gekauft werden.

Vor einem Börsencrash müsse man keine Angst haben, erklärt die Finanzexpertin: „Langfristig haben sich Aktienmärkte immer erholt. Wer 25 Jahre Zeit hat, kann kurzfristige Kursschwankungen aussitzen.“ Wichtig sei jedoch, nicht in Panik zu verkaufen, sondern den Sparplan konsequent fortzuführen.

Staatliche Förderungen nutzen

Neben privaten Sparplänen sollten Anleger auch staatliche Zuschüsse prüfen. Dazu gehören die Riester-Rente mit Zulagen und Steuervorteilen sowie die betriebliche Altersvorsorge, bei der der Arbeitgeber einen Beitrag leistet. Auch das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2026 geplant ist, könnte zusätzliche Anreize bieten. Ferstl empfiehlt, sich von einem unabhängigen Berater oder der Verbraucherzentrale zu den individuellen Möglichkeiten beraten zu lassen.

Ein häufiger Fehler sei es, zu viel Geld auf dem Girokonto zu lassen, wo es durch die Inflation an Wert verliert. Stattdessen solle man einen Notgroschen von zwei bis drei Nettomonatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto parken und den Rest langfristig anlegen.

Fazit: Jeder Euro zählt

Carola Ferstl appelliert: „Fangen Sie einfach an – auch mit kleinen Beträgen. Der schlimmste Fehler ist, gar nichts zu tun.“ Mit 40 Jahren sei noch viel Zeit, um für das Alter vorzusorgen. Entscheidend sei die Disziplin, regelmäßig zu sparen und die Anlage langfristig zu halten. Wer das beherzigt, kann auch mit einem späten Start eine sorgenfreie Rente aufbauen.

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