Die Allianz verstärkt ihr Geschäft in Singapur im zweiten Anlauf: Der Münchner Versicherungskonzern übernimmt die singapurische Versicherungstochter der britisch-asiatischen Bank HSBC, die HSBC Life, für zwei Milliarden Euro. Das gab die Allianz in der Nacht zum Freitag bekannt. Gleichzeitig vereinbarte der Konzern mit der HSBC Bank Singapur eine auf 15 Jahre angelegte Vertriebspartnerschaft.
Bieterverfahren gegen japanische Konkurrenz
HSBC hatte die Tochter zum Verkauf gestellt. Die Allianz setzte sich Berichten zufolge in einem Bieterverfahren gegen die japanischen Versicherer Daiichi Life und Sumitomo durch. Die Allianz erklärte in einer Mitteilung, mittelfristig einen zweistelligen Return on Investment zu erwarten. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Strategischer Ausbau des Asiengeschäfts
Vorstandschef Oliver Bäte hat den Ausbau des Asiengeschäfts zu einer Priorität erklärt. „Wir wollen grundsätzlich in Asien im Asset-Management, in der Lebensversicherung und in der Krankenversicherung wachsen“, sagte Bäte im Juli im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Indien und Südostasien sind für uns wichtig.“ Singapur sei besonders interessant, „weil dort der Rechtsstaat funktioniert. Wenn sich immer weniger an Regeln und Gesetze halten, werden diejenigen attraktiver, die es noch tun“, fügte Bäte hinzu. Zudem sei Singapur ein wichtiger Standort für Vermögensverwaltung: „Es fließt außergewöhnlich viel neues Kapital dahin.“
Zweiter Versuch nach gescheiterter Übernahme
Ende 2024 war die Allianz bei einer anderen Übernahme in Singapur gescheitert. Der jetzige Kauf von HSBC Life markiert den zweiten Versuch des Konzerns, sein Geschäft im Stadtstaat auszubauen. Mit der Übernahme stärkt die Allianz ihre Präsenz im asiatischen Versicherungsmarkt und sichert sich über die Vertriebspartnerschaft langfristigen Zugang zu den Kunden der HSBC Bank Singapur.



