Die Krise der deutschen Autohersteller verschärft sich rasant. BMW streicht 8000 Stellen, Porsche 5000, und bei VW sind weitere 50.000 Arbeitsplätze gefährdet. Die einstige Vorzeigebranche steht vor dem tiefsten Umbruch ihrer Geschichte. Experten sehen die Politik nicht als ohnmächtig an – fünf Ansätze könnten helfen.
Standortkosten senken
Die Konkurrenz aus China und die Zollpolitik von Donald Trump setzen die deutschen Autobauer unter Druck. Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sagt: „Der China-Schock 2.0 trifft die deutsche Automobilindustrie mit voller Härte.“ Alexander Jordan (CDU) fordert: „Wir müssen die Standortkosten für Autobauer in Deutschland noch stärker senken.“ Die Produktion in Deutschland sank von 5,6 Millionen Autos im Jahr 2014 auf unter 4,1 Millionen im Jahr 2024 – ein Rückgang um fast ein Drittel. Hohe Energiepreise, Löhne und Bürokratie belasten die Branche.
Nur noch "Made-in-EU" fördern
Die Kaufprämie für Elektroautos hat den Anteil der Stromer auf 28 Prozent gesteigert. Doch viele kritisieren, dass auch Fahrzeuge aus China oder den USA gefördert werden. Jordan und Roloff sind sich einig: „Wer Kaufprämien zahlt, darf auch fragen, wo das Auto gebaut wird“, so Roloff. Made-in-Europe-Kriterien sollen die Nachfrage in Europa ankurbeln.
Abhängigkeit bei Batteriezellen abbauen
Europas Abhängigkeit von chinesischen Batteriezellen ist groß. Roloff fordert eine gesamteuropäische Strategie. Jordan pocht auf Fördermittel: „Die Produktion von Batteriezellen ist in Europa strukturell teurer. Solange das so ist, müssen wir Fördermittel bereitstellen.“ Bürokratische Hürden müssten abgebaut werden.
Mehr Verlässlichkeit schaffen
Die EU-Kommission hat das Verbrennerverbot ab 2035 gelockert: Hersteller müssen CO₂-Emissionen nur um 90 Prozent senken. Roloff mahnt: „China denkt in Jahrzehnten, wir in Legislaturperioden.“ Verlässliche Vorgaben seien nötig, da Modellzyklen Jahre im Voraus geplant werden.
Konzerne in Verantwortung nehmen
Ökonom Marcel Fratzscher betont: „Bei VW, Mercedes und Co. trägt das Management 90 Prozent der Verantwortung.“ Stefan Reindl vom IfA fordert weniger Komplexität, kürzere Entwicklungszeiten und bessere Softwareintegration. CDU-Politiker Jordan will die Forschungszulage ausweiten: „Das Know-how muss in Deutschland bleiben.“



