Toyota Corolla Sports Touring 2.0 Hybrid – Der Uber-Flieger im Test
Corolla Sports Touring 2.0 Hybrid: Uber-Flieger im Test

Der Toyota Corolla Hybrid erlebt in deutschen Städten eine späte Karriere als Taxi und Ride-Hailing-Fahrzeug von Uber und Bolt. Grund dafür ist seine außergewöhnliche Kombination aus Effizienz, Alltagstauglichkeit und Fahrspaß, wie ein Praxistest mit dem Touring Sports 2.0 Hybrid zeigt.

Design und Innenraum: Frisch trotz acht Jahren Bauzeit

Seit 2018 baut Toyota die zwölfte Generation des Corolla. Trotz des Alters wirkt der Kombi noch immer modern – das liegt an der in Europa entwickelten emotionaleren Formensprache. Die elf Vorgänger waren eher graue Mäuse, der aktuelle Corolla überzeugt mit stimmigen Proportionen. Der Innenraum präsentiert sich funktional und ergonomisch: Die Bedienung ist intuitiv, alle Schalter und Hebel sind logisch angeordnet. Der Fahrer startet per Knopfdruck und legt den etwas hoch positionierten Wählhebel in Fahrtstufe ein – der Rest erledigt sich von selbst.

Fahreindrücke: Kultiviert und sparsam

Unter der Haube arbeitet der 131 kW (178 PS) starke 2,0-Liter-Vollhybrid. Er läuft kultiviert, spricht spontan an und bietet dank kräftiger Elektro-Unterstützung einen satten Antritt. Der früher typische Gummibandeffekt des e-CVT-Getriebes ist weitgehend verschwunden; Drehzahl und Beschleunigung harmonieren deutlich besser. Mit 7,5 Sekunden auf 100 km/h vermittelt der Familienkombi eine unerwartete Leichtigkeit. Der Alltagsverbrauch bleibt niedrig: In der Stadt sind unter fünf Litern möglich, auf der Autobahn pendelt er sich bei etwa 5,1 Litern ein. Erst bei dauerhaften 180 km/h schmilzt der Hybridvorteil dahin. Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk unterstreicht den alltagstauglichen Charakter, sportliche Ambitionen hat der Toyota nicht.

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Kosten und Alternativen: Fast konkurrenzlos

Der Touring Sports 1.8 Hybrid mit 103 kW (140 PS) kostet knapp über 30.000 Euro. Rund 5.000 Euro mehr verlangt Toyota für den 2.0 Hybrid, der mit der Ausstattung „Teamplayer“ mehr Leistung und Umfang bietet. Wer häufig längere Strecken fährt, wird die Mehrinvestition nicht bereuen. Als klassischer Kombi mit Vollhybridantrieb steht der Corolla nahezu allein da. Rein elektrische Kombis wie der Opel Astra Sports Tourer Electric starten bei rund 40.000 Euro. Die früher verfügbaren Elektro-Kombis von MG und Nio sind nicht mehr bestellbar. Somit bleibt der Corolla als sparsamer und preisgünstiger Allrounder alternativlos.

Technische Daten und Fazit

Der Toyota Corolla Hybrid 2.0 Touring Sports ist ein fünftüriger, fünfsitziger Kompaktkombi mit 4,65 Meter Länge, 1,79 Meter Breite, 1,44 Meter Höhe, einem Radstand von 2,70 Meter und einem Kofferraumvolumen von 596 bis 1606 Litern. Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner kombiniert mit einem Elektromotor leistet systemisch 131 kW (178 PS) und ein maximales Drehmoment von 190 Nm bei 4.400–6.000 U/min. Das stufenlose CVT-Getriebe beschleunigt den Wagen in 7,5 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Der WLTP-Normverbrauch liegt bei 4,7 Litern pro 100 Kilometer, im Test erreichte der Wagen 4,6 Liter; der CO2-Ausstoß beträgt 107 g/km (Euro 6e). Der Preis für die Teamplayer-Ausstattung startet bei 34.850 Euro. Fazit: Ausgewogen, maximal unkompliziert, effizient und als 2.0 Hybrid unterhaltsam flott – kein Wunder, dass der betagte Corolla als Taxi zu einer späten Karriere durchgestartet ist und der TÜV-Report gute Bewertungen bestätigt.

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