Eberl über Fifa-WM-Pläne: „Es fühlt sich echt beschissen an“
Eberl über Fifa-WM: „Es fühlt sich beschissen an“

Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern München, hat mit deutlichen Worten auf die jüngsten Ankündigungen der Fifa reagiert. „Es fühlt sich echt beschissen an“, sagte Eberl am Mittwoch vor Medienvertretern in München. Er bezog sich damit auf die Pläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino, die Weltmeisterschaft ab 2030 im Zwei-Jahres-Rhythmus auszutragen und das Turnier auf 64 Mannschaften aufzustocken.

Eberl: „Das ist ein Kontrollverlust“

Der 51-Jährige zeigte sich verärgert über die mangelnde Transparenz und die fehlende Einbindung der Vereine. „Die Fifa handelt, als ob sie allein das Sagen hätte. Die Interessen der Spieler, der Klubs und der nationalen Ligen werden ignoriert“, kritisierte Eberl. Er nannte die Reformpläne „einen gefährlichen Weg, der den Fußball überlastet“. Laut einer Studie der Spielergewerkschaft FIFPro absolvieren Top-Spieler bereits heute bis zu 70 Pflichtspiele pro Saison – eine weitere Belastung sei nicht zumutbar.

Bayern-Vorstand fordert Einheit

Eberl appellierte an die Verbände und Ligen, geschlossen gegen die Fifa-Pläne vorzugehen. „Wir müssen gemeinsam eine klare Kante zeigen. Es kann nicht sein, dass ein kleiner Kreis von Funktionären über die Zukunft des Fußballs bestimmt“, so Eberl. Der FC Bayern hatte sich bereits zuvor gegen eine Aufstockung der WM ausgesprochen. Neben dem deutschen Rekordmeister lehnen auch die großen europäischen Klubverbände wie die ECA die Vorschläge ab.

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Infantino unter Druck

Fifa-Präsident Infantino verteidigt die geplanten Änderungen mit dem Hinweis auf mehr Wettbewerb und zusätzliche Einnahmen für kleinere Verbände. Doch die Kritik wird lauter: Zuletzt hatten sich auch die Weltfußballer-Vereinigung und mehrere Nationaltrainer zu Wort gemeldet. Eberls Aussage ist die bislang schärfste aus dem Kreis der Bundesliga-Vereine. „Man hat das Gefühl, dass die Fifa jede Bodenhaftung verloren hat. Es geht nur noch um Geld, nicht um den Sport“, fügte Eberl hinzu.

Auswirkungen auf den Spielkalender

Bei einer Umsetzung der Pläne müsste der internationale Spielkalender grundlegend überarbeitet werden. Die Klubs befürchten Terminkollisionen mit nationalen Wettbewerben und der Champions League. Eberl betonte: „Wir sind bereit, uns zu wehren. Notfalls auch mit rechtlichen Schritten.“ Zwar ließ der FC Bayern offen, ob konkrete Schritte eingeleitet werden, doch der Ton ist ernst. Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere europäische Ligen eine Klage gegen die Fifa angedroht.

Reaktionen aus der Liga

Andere Bundesliga-Vereine zeigten sich solidarisch. Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl sagte der SID: „Max spricht vielen aus der Seele. Die Belastungsgrenze ist erreicht.“ Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) signalisierte Unterstützung. Eine formelle Stellungnahme soll in den kommenden Tagen folgen. Die Debatte über die Zukunft der WM dürfte den Fußball noch lange beschäftigen. Eberl machte deutlich: „Wir lassen nicht locker. Es geht um die Seele des Fußballs.“

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