EU-Strafzölle gegen China: Keine Rettung für Volkswagen
EU-Strafzölle gegen China retten Volkswagen nicht

Die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Das dürfte die deutsche Wirtschaft nicht überraschen, denn für sie ist Wettbewerb eigentlich nichts Neues. Allerdings ist der Wettbewerbsdruck in vielen Branchen inzwischen enorm. Besonders deutlich spürt das der Volkswagen-Konzern, wie die vergangenen Wochen zeigen.

Volkswagen vor tiefgreifendem Sparkurs

Am 10. Juli hat der VW-Aufsichtsrat über das größte Sparprogramm der Firmengeschichte beraten. Bis zu 100.000 Stellen weltweit könnten wegfallen, vier deutsche Werke vor der Schließung stehen: Emden und Zwickau bis 2031, Hannover 2032, das Audi-Werk Neckarsulm 2034.

Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), prognostiziert: „VW wird wahrscheinlich von einem chinesischen Autohersteller aufgekauft – etwa von BYD.“ Eine Frage aber bleibt: Warum sollten die chinesischen Hersteller das tun und sich die Probleme von VW einkaufen, wenn sie mit eigenen modernen Werken und Produkten erfolgreich sind?

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Prognose von 2024 bestätigt sich

Im Juni 2024 war der IfW-Handelsexperte Dirk Dohse bei Daniel Stelter im Podcast zu Gast. Der damalige Anlass: Die EU-Kommission hatte gerade Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos beschlossen. Dohse hielt die Zölle nicht für unbegründet. Er sagte aber auch, die Zölle würden die hiesige Autoindustrie nicht retten. Vielmehr müssten deutsche Hersteller ihre eigenen Schwächen angehen.

Mittlerweile ist diese Prognose eingetreten: Die Chinesen sind trotzdem gekommen. Volkswagen schließt womöglich Werke. Und die deutsche Politik steht ohne Antwort da.

Hintergrund: EU-Zölle und ihre Wirkung

Die EU-Kommission hatte im Juni 2024 Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos verhängt, um die heimische Industrie zu schützen. Doch wie Dohse bereits damals analysierte, können Zölle allein die strukturellen Probleme deutscher Hersteller nicht lösen. Volkswagen leidet unter hohen Kosten, rückläufigen Absatzzahlen in China und einer langsamen Elektrifizierung.

Laut einer Analyse des Forschungsunternehmens Rhodium Group sind die EU-Zölle nicht hoch genug, um chinesische Hersteller wie BYD entscheidend zu bremsen. Die chinesischen Hersteller haben zudem ihre Produktion in Europa ausgeweitet, um Zölle zu umgehen.

Ausblick: Keine Rettung in Sicht

Die deutsche Politik hat bisher keine tragfähige Antwort auf die Krise von Volkswagen gefunden. Subventionen oder weitere Handelsbarrieren könnten die grundlegenden Wettbewerbsnachteile nicht ausgleichen. Die Zukunft des Konzerns bleibt ungewiss – eine Übernahme durch chinesische Hersteller wie BYD scheint immer wahrscheinlicher.

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