Magna schließt Werk in Dorfprozelten: 216 Mitarbeiter verlieren Job
Magna schließt Werk in Dorfprozelten: 216 Jobs weg

Der kanadische Autozulieferer Magna International schließt sein Werk im unterfränkischen Dorfprozelten (Landkreis Miltenberg) Mitte 2027. 216 Mitarbeiter verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

Magna begründet Schließung mit anhaltender Krise

„Die Geschäftsleitung des Magna-Werkes in Dorfprozelten informierte die Belegschaft, dass angesichts der anhaltend negativen Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des Marktes eine Fortführung des Standortes wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist“, sagte Magna-Sprecher Rej Husetovic zu BILD. Trotz finanzieller Investitionen und Kostensenkungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren habe die Zukunftsfähigkeit nicht aufrechterhalten werden können.

Das Werk in Dorfprozelten produziert unter dem Namen Magna Mirrors Außen- und Rückspiegel für Autos. Es ist einer von zahlreichen Standorten des weltweit agierenden Konzerns. Magna International mit Hauptsitz im kanadischen Aurora beschäftigt rund 154.000 Mitarbeiter in 28 Ländern und beliefert große Autohersteller mit Karosserien, Sitzen, Spiegeln, Elektronik, Antriebssystemen und kompletten Fahrzeugen.

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IG Metall wirft Magna Vertrauensbruch vor

Besonders bitter: Erst 2023 war der Standort in letzter Minute gerettet worden. Damals vereinbarten Unternehmen und IG Metall, den Betrieb in Dorfprozelten mindestens bis Ende 2028 fortzuführen. Die Gewerkschaft zeigt sich nun empört. Laut BR24 seien trotz Zusagen keine neuen Produkte am Standort in Bayern platziert worden. Statt Zukunftsplänen gebe es jetzt die Schließung. Die Arbeitnehmervertreter werfen Magna vor, Zusagen nicht eingehalten zu haben.

Die Schließung in Dorfprozelten reiht sich in eine Serie von Werkschließungen, Insolvenzen und Stellenstreichungen in der kriselnden Automobilindustrie ein. So geriet etwa die Weber Magdeburg GmbH in Sachsen-Anhalt in Schwierigkeiten, weil Porsche Aufträge abzog. Auch die Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH (BKD) in Gardelegen sowie Bohai Trimet und die Schlote-Gruppe hatten in den vergangenen Monaten Probleme.

Auswirkungen auf die Region

Die Schließung des Magna-Werks trifft die Region Unterfranken hart. Dorfprozelten mit rund 1.800 Einwohnern verliert mit Magna einen der größten Arbeitgeber. Die IG Metall kündigte an, sich für die betroffenen Mitarbeiter einzusetzen und einen Sozialplan zu fordern. Magna selbst machte keine Angaben zu Abfindungen oder Umschulungsmaßnahmen.

Die Automobilindustrie in Deutschland steht unter massivem Druck. Hohe Energiekosten, Lieferkettenprobleme und der Wandel zur Elektromobilität setzen Zulieferer zunehmend unter Druck. Magna hatte zuletzt mehrfach Standorte in Europa überprüft und angepasst. Die Schließung in Dorfprozelten ist ein weiteres Zeichen für die schwierige Lage der Branche.

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