Die globale Automobilindustrie erlebt eine tiefgreifende Absatzkrise. Wie eine aktuelle Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach zeigt, haben im ersten Halbjahr 14 von 20 untersuchten großen Herstellern weltweit weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen sind die deutschen Konzerne VW, Mercedes-Benz und BMW, deren Rückgänge über dem Durchschnitt von minus 2,8 Prozent liegen. Noch härter trifft es jedoch den chinesischen Hersteller BYD, der ein Minus von 15,7 Prozent verzeichnet.
Deutsche Hersteller unter Druck – China-Markt schwächelt
Die deutschen Autobauer leiden besonders unter den starken Rückgängen in China, ihrem wichtigsten Markt. VW verlor konzernweit 6,5 Prozent, Mercedes-Benz und BMW meldeten ebenfalls deutliche Einbußen. „Die globale Automobilindustrie tritt in eine neue Phase der Marktbereinigung ein“, warnt CAM-Direktor Stefan Bratzel. „Wem es nicht gelingt, sich schnell den neuen Markt- und Technologiebedingungen anzupassen, droht längerfristig auszuscheiden.“
BYD: Vom Aufsteiger zum Verlierer
Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei BYD. Der lange Zeit erfolgsverwöhnte chinesische Hersteller, der in den Vorjahren rasant gewachsen war, büßte in China 39 Prozent ein. Selbst steigende Exporte konnten diesen Einbruch nicht ausgleichen. Weltweit steht ein Minus von 15,7 Prozent – der höchste Rückgang unter den 20 größten Herstellern.
Toyota baut Vorsprung aus – Hyundai holt auf
Toyota, die weltweite Nummer eins, konnte ihren Vorsprung vor VW weiter ausbauen. Mit einem Minus von 3,1 Prozent fiel der Rückgang nur halb so hoch aus wie bei den Wolfsburgern. Hyundai als Nummer drei verlor lediglich 1,6 Prozent und verkürzte damit den Abstand zu VW. Insgesamt verkauften die 20 größten Konzerne 1,1 Millionen Autos weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres.
Einzelne Gewinner trotz Krise
Nicht alle Hersteller mussten Einbußen hinnehmen. Tesla, Stellantis und Suzuki konnten deutlich zulegen. Allerdings profitieren sie teilweise von besonders schwachen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr. „Das Jahr 2026 dürfte zu einem weiteren Beschleuniger der Konsolidierung und Restrukturierung in der globalen Automobilindustrie werden“, prognostiziert Bratzel.



