UCI verteidigt nächtliche Dopingkontrollen bei der Tour de France
UCI verteidigt nächtliche Dopingkontrollen bei Tour de France

Der Radsport-Weltverband UCI hat die nächtlichen Dopingkontrollen von Rennfahrern bei der Tour de France verteidigt. In einer Mitteilung betonte die Organisation: „Obwohl sich die UCI der Belastung für die Fahrer bewusst ist, unterstreicht sie dennoch, dass diese Kontrollen einem übergeordneten Interesse dienen: dem Kampf gegen Doping.“ Dieser Kampf habe absolute Priorität.

Hintergrund der nächtlichen Tests

Vor dem Sturz-Aus von Florian Lipowitz am Dienstag gab es am Vorabend gegen 22 Uhr Dopingkontrollen im gesamten Red-Bull-Team. Tadej Pogačar wurde vor der anstrengenden 15. Etappe am Sonntag um 5 Uhr morgens getestet. Auch Jonas Vingegaard hatte zuvor um 2 Uhr morgens Besuch bekommen. Auf der folgenden Etappe stürzte er schwer und musste mit einem Schlüsselbeinbruch aufgeben.

Nach diesen Vorfällen übten viele Fahrer harsche Kritik. Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel bezeichnete die Praktiken als „unmenschlich“ und als „Schande“. Die internationale Vereinigung der Radprofis (CPA) forderte eine Reform der Testpraxis.

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Verteidigung durch Ex-Profi

Der frühere Profi Jonathan Vaughters verteidigte dagegen die Kontrolleure. „Kontrollen um 2 Uhr morgens sind eine äußerst wirksame Methode, um die Mikrodosierung von Peptiden (EPO, hGH) und Testosteron zu verhindern. Hätte die UCI uns im Jahr 2001 um 2 Uhr morgens kontrolliert? Dann wären wir alle gesperrt worden und hätten dem Sport 25 Jahre voller Dramen erspart“, schrieb der US-Amerikaner, der 2012 zugegeben hatte, gedopt zu haben.

UCI räumt Beeinträchtigung ein

Die UCI räumte nun ein, dass „nächtliche Dopingkontrollen die Erholung der Fahrer beeinträchtigen können“. Die Tests außerhalb der regulären Trainingszeiten sollen eine Ausnahme darstellen und nur in „begrenzten und gerechtfertigten Fällen“ angewendet werden. Die UCI unterstütze die International Testing Agency (ITA) „uneingeschränkt bei der Nutzung aller ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur bestmöglichen Erfüllung ihrer Aufgabe“.

Die nächtlichen Kontrollen wurden von der ITA durchgeführt. Sie wurden durch ein Gericht in Paris genehmigt, wie die französische Sportzeitung „L'Equipe“ berichtete. Es sei erstmals ein französisches Gesetz von 2015 angewendet worden. Von 1998 bis 2009 häuften sich Dopingskandale im Radsport. Auch wegen der zuletzt starken Leistungen von Spitzenfahrern wie Pogačar wird die Sportart weiter von Zweifeln begleitet. Von den aktuellen Fahrern wurde aber niemand positiv getestet.

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