Nach zwei Jahren mit tiefroten Zahlen hat der Autozulieferer ZF im ersten Halbjahr 2026 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Konzern vom Bodensee erzielte einen Nettogewinn von 122 Millionen Euro, wie Finanzvorstand Michael Frick am Donnerstag in Friedrichshafen bekannt gab. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 195 Millionen Euro zu Buche gestanden.
Gewinnsprung dank Kostendisziplin
Vorstandschef Mathias Miedreich führte den Gewinnsprung auf mehrere Faktoren zurück. „Der Weg bleibt anspruchsvoll, doch jeder Schritt baut Altlasten ab und erweitert unseren Handlungsspielraum“, sagte Miedreich laut einer Mitteilung. Konkret nannte er Kostendisziplin, eine verbesserte operative Leistung und die stärkere Konzentration auf profitable Produkte als Haupttreiber. Der Umsatz sank den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 19,3 Milliarden Euro.
Schwierige Jahre hinter dem Konzern
Das Jahr 2025 hatte der Zulieferer mit einem Verlust von 2,1 Milliarden Euro abgeschlossen – vor allem bedingt durch Sondereffekte beim umfassenden Konzernumbau. Auch 2024 war der Konzern mit einem Minus von knapp über einer Milliarde Euro in den roten Zahlen geblieben. Die Transformation hin zur Elektromobilität und die schwache Nachfrage in der Automobilbranche belasten das Unternehmen seit längerem. ZF beschäftigt weltweit rund 165.000 Mitarbeiter und baut derzeit Arbeitsplätze ab, um Kosten zu senken.
Ausblick bleibt herausfordernd
Trotz der Rückkehr in die Gewinnzone mahnte Finanzvorstand Frick zur Vorsicht: „Die Situation bleibt schwierig. Wir müssen weiter an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten.“ Der Schuldenstand des Konzerns liegt nach wie vor bei rund zehn Milliarden Euro. Analysten erwarten, dass ZF im Gesamtjahr 2026 einen kleinen Gewinn erzielen könnte, sofern die Konjunktur nicht weiter nachlässt. Die Restrukturierung soll bis 2027 abgeschlossen sein.



