ZF Friedrichshafen wird profitabler trotz Umsatzrückgang und Stellenabbau
ZF wird profitabler: Marge steigt auf 5,0 Prozent

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat im ersten Halbjahr 2026 seine operative Marge trotz eines leichten Umsatzrückgangs gesteigert. Die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich von 4,3 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 5,0 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg von 853 auf 964 Millionen Euro. Der Umsatz sank nominell um zwei Prozent auf 19,7 Milliarden Euro, organisch wuchs ZF jedoch um 0,5 Prozent – bereinigt um Wechselkurs- und M&A-Effekte.

„Kostendisziplin sowie die Konzentration auf eine verbesserte operative Performance und wertschöpfende Produkte beginnen zu wirken“, sagte ZF-Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich. „Der Weg bleibt anspruchsvoll, doch jeder Schritt baut Altlasten ab und erweitert unseren Handlungsspielraum.“

Schuldenabbau und Liquidität

Die Nettoverschuldung von ZF liegt weiterhin bei hohen 9,8 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad sank jedoch von 2,98 Ende 2025 auf 2,75. Finanzvorstand Michael Frick bezifferte den Liquiditätsspielraum auf mehr als sieben Milliarden Euro, einschließlich einer nicht in Anspruch genommenen revolvierenden Kreditlinie (RCF) von 3,5 Milliarden Euro mit Laufzeit bis 2029.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der bereinigte Free Cashflow verbesserte sich um 524 Millionen Euro auf 989 Millionen Euro. Frick führte dies auch auf einen „disziplinierten Investitionsansatz“ zurück. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sanken um rund sieben Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, die Investitionen in Sachanlagen um rund 19 Prozent auf 600 Millionen Euro.

Stellenabbau und innerbetrieblicher Widerstand

Das Unternehmen treibt den Personalabbau voran, um die Transformation zu finanzieren. Weltweit verringerte sich die Belegschaft um knapp 4000 Stellen auf 149.675. In Deutschland sank die Mitarbeiterzahl im ersten Halbjahr um über vier Prozent auf 47.068 (Ende 2025: 49.210).

Besonders umstritten ist die geplante Kürzung der außertariflichen Zeppelin-Zulage am Standort Friedrichshafen. Die Beschäftigten befürchten Einkommenseinbußen von rund zehn Prozent. Erstmals formiert sich damit offener Widerstand gegen den Sparkurs von CEO Miedreich.

Wechsel im Vorstand

Der für die Fahrwerktechnik zuständige Vorstand Peter Holdmann verlässt das Unternehmen zum 31. August nach 26 Jahren. Sein Nachfolger wird Sebastian Schmitt, bisher Chef der Pkw-Antriebssparte („E-Division“). Miedreich übernimmt interimistisch die Verantwortung für das Fahrwerksgeschäft, das mit knapp zehn Milliarden Euro Umsatz ähnlich groß ist wie die Antriebssparte.

Prognose und Herausforderungen

Frick erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von 38 Milliarden Euro bei einer operativen Rendite zwischen vier und fünf Prozent. Auch das Ziel eines bereinigten Free Cashflows von mehr als einer Milliarde Euro erscheint erreichbar. Die Prognose stehe jedoch unter dem Vorbehalt eines volatilen Marktumfelds infolge geopolitischer Spannungen, so Frick. „Verbesserungen der Standortbedingungen in Deutschland und Europa lassen weiterhin auf sich warten“, ergänzte er. Für die Automobilindustrie führe dies zu einem herausfordernden Umfeld, das weiterhin eine konsequente Ausrichtung auf Performance und Wettbewerbsfähigkeit verlange.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration