Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat sein Sicherungssystem reformiert und einen neuen Kodex für Vorstände und Aufsichtsräte verabschiedet. Grund sind riskante Geschäfte und Missmanagement in einzelnen Mitgliedsinstituten, die die Solidargemeinschaft teuer zu stehen kamen. Die genossenschaftliche Finanzgruppe reagiert damit auf Vorfälle wie bei der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg, die den Sicherungsfonds in Anspruch nehmen musste und ihren Vorstandschef entließ.
Neue Regeln für mehr Transparenz und Kontrolle
BVR-Präsidentin Marija Kolak erklärte: „Wir haben 'Geno Next Level' angestoßen und umgesetzt, weil wir bei Verantwortlichen in einzelnen Banken hochriskante Geschäfte, Missmanagement oder grob fahrlässiges Verhalten gesehen haben. Die Folgen werden meist Jahre später sichtbar – und kommen unsere Solidargemeinschaft teuer zu stehen. Unsere Maßnahmen verbessern unsere Frühwarnsysteme und verschärfen unseren Durchgriff deutlich.“
Der neue Kodex soll in den kommenden Monaten von Vorständen und Aufsichtsräten der 646 Mitgliedsinstitute umgesetzt werden. Ziel ist es, Fehlverhalten frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Die Reform wurde auf der Mitgliederversammlung im Juni beschlossen.
Finanzkennzahlen 2024: Gewinnrückgang trotz Zinsplus
Die genossenschaftliche Finanzgruppe erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gewinn von 11,6 Milliarden Euro vor Steuern. Damit blieb sie unter dem Rekordwert von 2023 (14,4 Milliarden Euro), übertraf aber das Vorjahr 2024 (10,8 Milliarden Euro). Zum Anstieg trugen ein leicht gestiegener Zinsüberschuss und ein um 56 Prozent gesteigertes Versicherungsgeschäft bei. Unter dem Strich verblieb ein Jahresgewinn von 7,4 Milliarden Euro.
Zur Gruppe gehören 646 Banken und Spezialinstitute, die mehr als 30 Millionen Kunden betreuen. Die Reform des Sicherungssystems soll die Stabilität des Verbunds langfristig sichern und das Vertrauen der Kunden stärken.



