Raiffeisen Bank verklagt russische Rasperia auf 3,15 Milliarden Euro
Raiffeisen Bank verklagt Rasperia auf 3,15 Mrd. Euro

Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) hat am Donnerstag beim Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien eine Schadenersatzklage in Höhe von 3,15 Milliarden Euro gegen die russische Gesellschaft Rasperia eingereicht. Ziel der Klage ist es, auf österreichische Vermögenswerte von Rasperia zuzugreifen, darunter 28,5 Millionen Aktien des Wiener Baukonzerns Strabag, die aufgrund von EU-Sanktionen eingefroren sind, sowie damit verbundene Dividendenansprüche und Gelder aus einer Kapitalherabsetzung.

Hintergrund des Rechtsstreits

Der Klage vorausgegangen war ein Urteil eines russischen Gerichts aus dem Frühjahr 2025, das die RBI-Tochter zur Zahlung von rund 2,4 Milliarden Euro an Rasperia verurteilt hatte. Der Rechtsstreit entzündete sich an dem eingefrorenen Aktienpaket und den damit verbundenen Strabag-Dividenden, die der Baukonzern aufgrund der Sanktionen nicht an Rasperia auszahlen durfte. Da Strabag in Russland kein Vermögen besitzt, hatte Rasperia die russische RBI-Tochter in das Verfahren einbezogen. Wer heute hinter Rasperia steht, ist unklar; früher wurde die Gesellschaft dem sanktionierten Oligarchen Oleg Deripaska zugerechnet.

Zusammensetzung der Forderung

Die nun geforderten 3,15 Milliarden Euro setzen sich aus den in Russland vom Zentralbankkonto eingezogenen Geldern sowie entgangenen Zinsen und Verfahrenskosten zusammen. RBI-Vorstandsvorsitzender Michael Höllerer erklärte: „In voller Übereinstimmung mit dem EU-Sanktionsrecht streben wir eine Entschädigung für den Schaden an, den unsere Aktionärinnen und Aktionäre durch die russischen Gerichtsurteile erlitten haben.“

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Rahmenbedingungen der Klage

Den Weg für die Klage in Österreich hatte in der vergangenen Woche eine russische Gerichtsentscheidung geebnet. Diese erlaubt es der RBI, in Österreich vorzugehen, ohne eine in Russland angedrohte Strafzahlung von bis zu 2,85 Milliarden Euro auszulösen. Die RBI ist die größte noch in Russland tätige westliche Bank. Sie hat ihr dortiges Geschäft auf Druck der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch deutlich zurückgefahren. Der Fall zeigt die anhaltenden Verwicklungen westlicher Unternehmen in russische Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit EU-Sanktionen.

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