Dow Jones erlebt stärksten Einbruch seit April 2025 nach Fed-Zinspause
Dow Jones fällt nach Fed-Zinspause und Iran-Krise

Der Dow Jones Industrial Average ist am Mittwoch so stark gefallen wie seit April 2025 nicht mehr. Der Leitindex verlor 2,19 Prozent auf 51.594,14 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 gab um 1,52 Prozent auf 7.316,15 Punkte nach, während der technologielastige Nasdaq Composite um 1,74 Prozent auf 24.442,94 Punkte einbrach. Der Nasdaq liegt damit fast 10 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Juni und steht kurz vor einer Korrektur.

Fed belässt Zinsen unverändert – drei Stimmen für eine Erhöhung

Die US-Notenbank Fed ließ den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent unverändert. Drei Vertreter sprachen sich jedoch für eine Anhebung aus. Die Aktienmärkte erholten sich zunächst nach der Entscheidung, der Dollar gab nach – ein Zeichen dafür, dass Anleger mit einer Zinserhöhung im Juli rechnen. Fed-Chef Kevin Warsh betonte in der Pressekonferenz die Entschlossenheit, die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel zurückzuführen.

„Unter dem Vorsitzenden Powell hat die Fed bei der Inflation den Anschluss verpasst und wurde dafür kritisiert“, sagte Oliver Pursche, Senior Vice President bei der Finanzberatungsfirma Wealthspire. „Ich glaube nicht, dass Kevin Warsh das als Teil seines Vermächtnisses haben möchte.“

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Ölpreise steigen nach iranischen Raketenangriffen

Die Ölpreise zogen kräftig an, nachdem der Iran Raketen auf US-Streitkräfte in Jordanien abgefeuert hatte. Rohöl zur Lieferung im September verteuerte sich in New York um 5,20 Dollar oder 6,6 Prozent auf 84,46 Dollar pro Barrel. „Die Hoffnung der Fed ist, dass die hohen Energiepreise nur vorübergehend sind und der Krieg bald gelöst wird“, so Pursche.

Die Rendite der zweijährigen Staatsanleihen sank um 0,040 Prozentpunkte auf 4,235 Prozent, während die zehnjährige Rendite um 0,017 Prozentpunkte auf 4,621 Prozent stieg. Die 30-jährige Rendite legte um 0,046 Prozentpunkte auf 5,142 Prozent zu. Steigende langfristige Renditen belasteten Aktien von Hausbauunternehmen, da höhere Hypothekenzinsen drohen.

Gold und Dollar reagieren gegensätzlich

Der US-Dollar gab nach der Fed-Entscheidung nach, was die Erleichterung über die ausbleibende Zinserhöhung widerspiegelte. Gold-Futures fielen im regulären Handel vor der Fed-Erklärung um 0,04 Prozent auf 4.034,70 Dollar je Feinunze, stiegen dann aber im späten Handel.

Chip-Aktien stürzen ab – KI-Sorgen belasten

Anleger fürchten die immensen Investitionen der Technologiekonzerne in Künstliche Intelligenz. Meta-Aktien gaben nach Börsenschluss um vier Prozent nach, nachdem das Unternehmen seine Investitionsprognose für 2026 auf 130 bis 145 Milliarden Dollar angehoben hatte. Auch der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix verzeichnete einen Kursrutsch, da das Wachstum des Betriebsgewinns hinter den hohen Erwartungen zurückblieb. Der KOSPI Composite Index fiel um fast 6 Prozent und liegt 38 Prozent unter seinem Hoch vom 22. Juni.

In den USA brach der PHLX Semiconductor Sector Index (SOX) um 5,3 Prozent ein. Seit dem 1. Juni war dies das 13. Mal, dass der Index um mehr als fünf Prozent stieg oder fiel – eine der volatilsten Phasen seit der Dotcom-Blase im Jahr 2000.

Einzelwerte: Ford legt zu, VF Corp und P&G verlieren

Ford gewann 2,1 Prozent, nachdem der Autobauer seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte. VF Corp dagegen brach um 17 Prozent ein, weil die Schwäche der Skatewear-Marke Van's die Stärke von North Face zunichtemachte. Procter & Gamble verlor 1,9 Prozent nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal.

Der Medizingerätesektor zeigte sich stark: GE Healthcare stieg um 12 Prozent auf 71,90 Dollar, nachdem die Aufträge im Quartal zugenommen hatten. Hims & Hers rutschte um 15 Prozent auf 25 Dollar ab, nachdem die Federal Trade Commission Klage gegen den Telemedizin-Anbieter eingereicht hatte. Ihr wird vorgeworfen, medizinische Informationen von Kunden an Drittanbieter weitergegeben zu haben.

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