Finanz-Expertin: ETF, Tagesgeld, Gold oder Immobilien – wo ist Geld sicher?
ETF, Tagesgeld, Gold oder Immobilien: Wo ist Geld sicher?

Das Sparbuch ist out – doch die Frage nach der sicheren Geldanlage treibt Anleger um. Angesichts von Inflation, Börsencrashs und einem schwächelnden Immobilienmarkt herrscht Verunsicherung. Finanz-Expertin Claudia Mende hat die gängigsten Anlageklassen unter die Lupe genommen und zeigt, wo Ihr Geld wirklich gut aufgehoben ist.

Warum vermeintliche Sicherheit trügt

Viele Anleger setzen auf vermeintlich sichere Häfen wie Tagesgeld oder Gold. Doch das kann langfristig teuer werden. „Anlagen, die viele Deutsche nachts ruhig schlafen lassen, können langfristig Vermögen kosten“, warnt Mende. Grund ist die Inflation: Bei einer Teuerungsrate von durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr verliert Bargeld auf dem Tagesgeldkonto real an Wert, wenn die Zinsen niedriger sind. Aktuell liegen Tagesgeldzinsen oft unter 1 Prozent – ein realer Verlust also.

ETF – das Rendite-Risiko-Verhältnis

Exchange Traded Funds (ETF) bieten eine breite Marktstreuung und langfristig attraktive Renditen. Historisch erzielten Aktien-ETF im Schnitt 5 bis 7 Prozent pro Jahr. Doch Kursschwankungen sind normal. „Ein ETF eignet sich für Anleger mit einem langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren, die Schwankungen aushalten können“, erklärt Mende. Kurzfristig kann es zu Verlusten kommen – etwa bei einem Börsencrash, der die Kurse um 30 oder 40 Prozent einbrechen lässt. Wer dann in Panik verkauft, realisiert die Verluste.

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Tagesgeld – sicher, aber renditeschwach

Tagesgeldkonten gelten als besonders sicher, da sie durch die Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt sind. Die Zinsen sind jedoch niedrig, oft unter 1 Prozent. Nach Inflation und Steuern bleibt kaum etwas übrig. „Tagesgeld ist ideal für kurzfristige Rücklagen oder den Notgroschen, aber nicht als langfristige Anlage geeignet“, sagt Mende. Wer sein Geld über Jahre parkt, verliert real an Kaufkraft.

Gold – der Inflationsschutz mit Hürden

Gold wird oft als Inflationsschutz und Krisenwährung geschätzt. Der Preis schwankt jedoch stark und bietet keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden. Seit dem Jahr 2000 hat Gold eine jährliche Rendite von rund 8 Prozent erzielt – allerdings mit hohen Ausschlägen. „Gold kann einen Teil des Portfolios stabilisieren, aber es sollte nicht die einzige Anlage sein“, rät Mende. Lagerkosten und die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs schmälern zudem die Rendite.

Immobilien – die Betongold-Illusion?

Immobilien gelten in Deutschland als besonders sicher. Doch der Markt schwächelt: Steigende Zinsen, hohe Kaufpreise und sinkende Nachfrage drücken die Renditen. Zudem sind Immobilien illiquide und mit Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Instandhaltung verbunden. „Eine selbstgenutzte Immobilie kann ein gutes Zuhause sein, aber als reine Geldanlage ist sie riskanter als viele denken“, erklärt Mende. Die Bruttomietrendite liegt oft nur bei 3 bis 4 Prozent, nach Abzug von Kosten bleibt noch weniger.

Die richtige Mischung macht's

Keine Anlageklasse ist perfekt. Claudia Mende empfiehlt eine breite Streuung: „Ein Mix aus ETF, Tagesgeld, Gold und Immobilien kann Risiken mindern und Chancen nutzen.“ Die konkrete Zusammensetzung hängt von der persönlichen Situation ab – etwa von Alter, Anlagehorizont und Risikobereitschaft. Wer unsicher ist, sollte sich professionell beraten lassen.

Fazit: Sicherheit ist relativ

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Tagesgeld schützt vor Kursschwankungen, aber nicht vor Inflation. Aktien-ETF bieten langfristig die höchsten Renditen, sind aber kurzfristig volatil. Gold und Immobilien haben ebenfalls Vor- und Nachteile. Die Kunst liegt darin, die für sich passende Strategie zu finden. Lesen Sie mit BILDplus, wie Sie Ihr Geld besser schützen und langfristig mehr aus Ihrem Vermögen machen können.

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