EU bei kritischen Rohstoffen stark vom Ausland abhängig: Ifo-Studie
EU bei Rohstoffen stark vom Ausland abhängig

Die Europäische Union ist nach einer aktuellen Studie des Münchner Ifo-Instituts bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen wie Kobalt, Germanium und Seltenen Erden weiterhin fast vollständig auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Die am Dienstag veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass die EU dadurch Gefahr läuft, ihre selbst gesteckten Ziele für die Rohstoffversorgung bis 2030 zu verfehlen.

EU-Ziele für Rohstoffautonomie

Brüssel hat eine Liste von Rohstoffen definiert, die für Batterien, Halbleiter, erneuerbare Energien und die Rüstungsindustrie als unverzichtbar gelten. Bis 2030 will die EU zehn Prozent ihres Bedarfs dieser Rohstoffe selbst abbauen, 40 Prozent selbst verarbeiten und ein Viertel recyceln. Zudem soll kein Rohstoff zu mehr als 65 Prozent von einem einzigen Lieferanten stammen. Die Ifo-Studie zeigt jedoch, dass neun der untersuchten Rohstoffe derzeit überhaupt nicht in Europa gefördert werden.

Dominanz Chinas bei Rohstoffen

Die Anteile der EU an der weltweiten Förderung bleiben marginal, während China den Weltmarkt für zahlreiche dieser wertvollen Metalle dominiert und auch über die Patente für deren Verarbeitung verfügt. Ifo-Forscherin Isabella Gourevich betonte: „Europa sollte bereits heute stabile Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern aufgebaut haben und eigene Vorkommen systematisch erschließen, bisher gibt es aber kaum mehr als Absichtserklärungen und zu viele Unklarheiten.“ In der EU existieren zwar zahlreiche unerschlossene Vorkommen, doch die Erschließung einer neuen Mine dauert nach Ifo-Angaben bis zu 18 Jahre.

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Handelsabkommen als Lösung?

Die EU hat in den vergangenen Monaten mehrere Handelsabkommen geschlossen, die auf die Rohstoffversorgung abzielen. So sagte Australien der EU zu, die Zölle auf Rohmaterialien zu senken und von Exportbeschränkungen abzusehen. Im Handel mit Indonesien sicherte sich die EU nach Angaben aus Brüssel eine Vorzugsbehandlung, auch wenn Ausfuhrzölle bestehen bleiben. Diese Abkommen reichen laut Ifo jedoch nicht aus, um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten wie China nachhaltig zu reduzieren.

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