Fossile Heizungen werden laut Energieberatung zur Kostenfalle
Die Entscheidung für eine neue Heizung fällt in vielen deutschen Haushalten derzeit schwer. Während Öl- und Gasheizungen in der Anschaffung oft günstiger sind, zeigen langfristige Berechnungen ein anderes Bild. Die gemeinnützige Energieberatung CO2online hat ermittelt, dass fossile Heizungen über einen Zeitraum von 20 Jahren deutlich teurer werden können als klimafreundliche Alternativen wie Wärmepumpen. Die Mehrkosten betragen demnach bis zu 42.000 Euro.
Gründe für die Kostenexplosion
Laut CO2online sind steigende CO2-Preise, höhere Netzkosten und die vorgeschriebenen Beimischungen im Rahmen der sogenannten Biotreppe die Haupttreiber der Kosten. Die Biotreppe sieht vor, dass neu eingebaute Öl- und Gasheizungen ab 2029 stufenweise mit einem wachsenden Anteil biogener Brennstoffe wie Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff betrieben werden müssen. Diese Brennstoffe sind jedoch teuer und nur begrenzt verfügbar, was die Kosten weiter in die Höhe treibt.
Wärmepumpen als klarer Gewinner
Die Heizkostenprognose von CO2online zeigt, dass eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zwischen 2026 und 2045 rund 24.500 Euro verursacht, während eine Gasheizung im selben Zeitraum rund 55.600 Euro und eine Ölheizung sogar rund 67.200 Euro kostet. „Unsere Berechnung zeigt, dass fossile Heizungen für Haushalte zur Kostenfalle werden“, warnte Tanja Loitz, Geschäftsführerin von CO2online. Sie betonte, dass der Fokus oft zu sehr auf den Anschaffungskosten liege, während die Gesamtkosten über die Lebensdauer entscheidend seien.
Biokraftstoffe verteuern das Heizen zusätzlich
Die vorgesehenen Beimischungen verteuern das fossile Heizen weiter. Mit Biomethan steigen die Kosten einer Gasheizung auf 65.100 Euro, mit Wasserstoff auf 66.500 Euro. Für Bio-Heizöl liegen noch keine belastbaren Langfristdaten vor, aber es ist mit zusätzlichen Mehrkosten zu rechnen. Die Biotreppe schützt also nicht vor hohen Kosten, sondern verstärkt sie sogar.
Wärmepumpen und Fernwärme stabiler
CO2online hebt hervor, dass Wärmepumpen deutlich effizienter arbeiten als fossile Heizungen und sich die Kosten stabiler entwickeln. Auch Fernwärme zeigt in der Prognose vergleichsweise stabile Kosten. Pelletheizungen bleiben günstiger als Öl und Gas, werden langfristig aber ebenfalls teurer als Wärmepumpen.
Berechnungsgrundlage und Unsicherheiten
Für die Berechnung legte CO2online die Heizkosten eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit 130 Quadratmetern Wohnfläche zugrunde, basierend auf dem aktuellen Heizspiegel und Energiepreisannahmen des Umweltbundesamtes. Politische Rahmenbedingungen und globale Entwicklungen könnten die tatsächliche Kostenentwicklung jedoch verändern, räumt die Energieberatung ein.



