Großhandelspreise steigen um 4,9%: Nahost-Krieg treibt Inflation
Großhandelspreise +4,9%: Nahost-Krieg treibt Inflation

Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im Juni infolge des Iran-Krieges erneut kräftig gestiegen, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, legten sie um durchschnittlich 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Im Mai hatte das Plus noch bei 5,9 Prozent gelegen, im April bei 6,3 Prozent. Zum Vergleich: Unmittelbar vor dem Kriegsausbruch im Februar betrug das Plus lediglich 1,2 Prozent.

Krieg im Nahen Osten als Haupttreiber

„Ausschlaggebend für den Preisanstieg im Juni 2026 waren die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten“, erklärten die Statistiker. Von Mai auf Juni fielen die Großhandelspreise dagegen um 0,7 Prozent. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar verteuerten sich besonders die Mineralölerzeugnisse: Hier lagen die Preise im Juni um 21,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Rohstoffpreise mit starken Ausschlägen

Noch größere Ausschläge nach oben gab es im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug mit einem Plus von 31,0 Prozent. Chemische Erzeugnisse kosteten 14,9 Prozent mehr, während für Eisen, Stahl und Halbzeug daraus 8,2 Prozent mehr verlangt wurden.

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Preisrückgänge bei Lebensmitteln

Preisrückgänge verzeichnete der Großhandel im Juni dagegen bei lebenden Tieren mit einem Minus von 16,0 Prozent. Billiger als im Vorjahresmonat wurden auch Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze mit einem Rückgang von 10,0 Prozent sowie Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette mit einem Minus von 8,5 Prozent.

Auswirkungen auf Verbraucherpreise

Der Großhandel dient als eine Art Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden. Preisveränderungen kommen später und zumindest teilweise bei den Konsumenten an. Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im Juni um 2,3 Prozent. Gedämpft wurde der Preisauftrieb durch den Tankrabatt, der allerdings inzwischen ausgelaufen ist. Da auch der Konflikt zwischen den USA und Iran wieder neu aufgeflammt ist, rechnen viele Ökonomen für Juli mit einer höheren Inflationsrate.

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