Hitzewelle in Italien: Parmesan-Produzenten schlagen Alarm wegen Milchqualität
Hitzewelle in Italien: Sorgen um Parmesan-Qualität

Die anhaltenden Hitzewellen in Italien setzen den Produzenten des weltberühmten Parmesankäses massiv zu. Bei Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius geben die Kühe bis zu zehn Prozent weniger Milch, die zudem an Qualität verliert. Dies gefährdet die traditionelle Herstellung des Parmigiano Reggiano, der seit über 800 Jahren in der Region Emilia-Romagna produziert wird.

Weniger Milch, geringere Qualität

„Extreme Hitze beeinträchtigt die Qualität und die Menge der Milch“, sagte Nicola Bertinelli, Präsident des Parmigiano-Reggiano-Konsortiums, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Trockenheit verschärft das Problem zusätzlich, denn für den Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung dürfen die Kühe nur mit Gras und Heu aus der Region gefüttert werden. Viele Landwirte haben bereits teure Ventilatoren und Sprühnebelsysteme installiert, um die Tiere zu kühlen. Das treibt jedoch ihre Energiekosten in die Höhe.

Energiekosten steigen drastisch

Die steigenden Rechnungen für Klimaanlagen belasten auch die Betreiber der großen Lagerhäuser, in denen die Käselaibe mindestens zwölf Monate reifen müssen. „Während der Hitzespitzen in diesem Jahr stieg unser täglicher Energieverbrauch um etwa 30 Prozent“, erklärte Giancarlo Ravanetti, Direktor von Magazzini Generali delle Tagliate (MGT). In den beiden Lagerhäusern von MGT, einer Tochter der Bank Credito Emiliano, lagern mehr als 500.000 Käselaibe im Wert von rund 300 Millionen Euro.

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Parmesan-Banken unter Druck

Die klimatisierten Lagerhäuser sind in der Region als „Parmen-Banken“ bekannt. Dort wird jeder Laib von Experten geprüft, die ihn mit kleinen Hämmern abklopfen, um Fehler im Reifeprozess am Klang zu erkennen. Die Branche erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro und ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Emilia-Romagna. Mehr als die Hälfte der Produktion wurde 2025 exportiert, wobei die USA der größte Auslandsmarkt sind.

Zukunft des Traditionskäses gefährdet

„Wenn extreme Wetterereignisse länger andauern und intensiver werden, wird sich das auf Menge und Qualität der Milch auswirken, vor allem aber zu höheren Kosten führen“, sagte Paolo Ganzerli, internationaler Vertriebsdirektor des Lebensmittelkonzerns GranTerre. Den Parmigiano Reggiano gebe es seit mehr als 800 Jahren. „Wir wollen nicht die letzte Generation sein, die ihn isst“, betonte Ganzerli. Die Branche steht vor großen Herausforderungen, um die Produktion des begehrten Käses auch in Zeiten des Klimawandels zu sichern.

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